Altes Testament:

Naturwissenschaftliche Hinweise und archäologische Funde

 Erste Fassung: 6.2003 (letzte Änderung: 6.2017)

 

 

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Vorwort

 

Handschriftenfunde zum Alten Testament

·             Alte Handschriften

·             Alte Übersetzungen

·             Zum Kanon des Alten Testaments

·             Außerkanonische Schriften

 

Außerbiblische Nachweise zum Alten Testament

·             Urgeschichte: Schöpfung und wissenschaftliches Weltbild

·             Gott Jahwe

·             Abraham

·             Israel in Ägypten, Auszug und Landnahme

·             Jerusalem

·             Könige David und Salomo 

·             Könige nach der Reichsspaltung (in Israel und Juda)   

·             Exil in Babylon

·             Nach dem Exil

 

 

Anhang: Der Weg vom Dokument bis zur Übersetzung 

 

Vorwort

 

Meine Beschäftigung mit archäologischen Nachweisen von Bibeltexten aus dem Alten Testament entstand durch die  Auseinandersetzung mit fragwürdigen Behauptungen in deutschen Zeitschriften (u. a. Spiegel-Ausgabe Nr. 52-2002.).

 

Für Literaturhinweise möchte ich besonders Herrn Dr. Martin Heide von der Ludwig Maximilians-Universität München danken.

Für die Überlassung der Erlaubnis, das Foto der Stele von Adad Narari III zu veröffentlichen (in S. Dalley: Iraq 30, 1968, S. 139 ff), möchte ich der British School of Archaeology in Iraq danken.

Für die Überlassung der Erlaubnis, Fotos aus H. Tadmor: The Inscriptions of Tiglath-pileser III King of Assyria,

1994,  Jerusalem, zu veröffentlichen, möchte ich Donny Finkel, Director of Publications der Israel Academy of Sciences and Humanities, danken.

 

Erhard Bisanz - Stuttgart

 

 

 

Bemerkungen zu Änderungen vom Januar 2016:

·             Im Bereich Alte Handschriften wurde eine weitere Literaturquelle eingefügt

·             Im Bereich Urgeschichte wurden astronomische Filme zur Schöpfung wieder eingefügt

·             Im Bereich Jerusalem wurden weitere Literaturquellen angegeben

·             Im Bereich Erwähnung von Königen in assyrischen Dokumenten wurden weitere Literaturquellen angegeben

 

Bemerkung zur Änderung vom März 2016:

·             Im Bereich Könige David und Salomon wurde eine Literaturquelle berichtigt

 

Bemerkung zur Änderung vom Juni 2017:

In einigen Bereichen wurden Links aktualisiert

 

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Alte Handschriften

 

Bis 1946 nach Chr. war der älteste vollständig erhaltene Textzeuge zum Alten Testament der Codex Leningradensis (Handschrift B19A), im Internet  http://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Leningradensis,  aus dem Jahr 1008 nach Chr. Es handelt sich um den hebräischen Text von jüdischen Schriftgelehrten, den sog Masoreten. Er wurde u. a. auch von Martin Luther zur Bibelübersetzung benutzt.

Anfang 1947 fand ein Hirtenjunge in Qumran am Toten Meer eine Höhle mit Schriftrollen aus Pergament in Tonkrügen. Wie sich später herausstellte, waren die Schriften über 2000 Jahre alt. Welch eine Sensation. Das führte im Anschluss zu intensiven Nachforschungen mit vielen weiteren Schriftfunden in verschiedenen Höhlen. 202 der über 870 Rollen sind Abschriften alttestamentlicher Bücher (die ältesten aus dem 3. Jahrhundert vor Chr.). (Lit.: J. Maier: Studien zur jüdischen Geschichte, Walter de Gruyter, Berlin, 2004, S. 111ff;  Lexikon zur Bibel, 8. Auflage 2010, SCM Brockhaus und http://de.wikipedia.org/wiki/Tanach ).

Eine gute Fundstelle für Schriften aus Qumran, Massada, u. a. Orte am Toten Meer ist die Seite http://www.deadseascrolls.org.il/home. Dort explore-the-archive eingeben.

 

In der Abbildung sehen wir an der Felsnase des linken Steilfelsens in Qumran die Höhle 4. Der bedeutendste Fund dürfte die große Jesaja-Schriftrolle sein (1QJesa). Sie umfasst das gesamte Buch Jesaja und stammt aus der Zeit 200 bis 100 vor Chr. Die Altersbestimmung folgt aus Ergebnissen der C-14-Analyse des Ledermaterials und aus der Schriftform (Lit. : James C.

VanderKam: Einführung in die Qumranforschung. Geschichte und Bedeutung der Schriften vom Toten Meer. Vandenhoek und Ruprecht, Göttingen, 1998, S.36 ff).

Wie Alexander Schick ausführt (siehe. http://bibelausstellung.eduxx-irs.de/home/info1_1642_qumran-texte-d-i-g-i-t-a-l-dank-google),

sollen durch die Zusammenarbeit zwischen dem Internetkonzern Google und dem Israel-Museum alle Schriftfunde von Qumran digitalisiert und  der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden

 

Als erstes Ergebnis befindet sich seit September 2011 unter anderem die große Jesaja-Rolle im Internet: http://dss.collections.imj.org.il/isaiah. 

Durch Anklicken findet man darin die englische Übersetzung der Stelle nach dem Masoreten-Text. Die wortgetreue Übersetzung der Rolle kann davon leicht abweichen. Einen Vergleich auf Englisch zwischen dem wörtlichen Text der großen Jesaja-Rolle und dem Masoreten-Text gibt es für alle Kapitel des Jesajabuches im Internet: http://dss.collections.imj.org.il/chapters_pg . 

Ein Vergleich mit dem Masoreten-Text auf Hebräisch ist jetzt auch möglich. Dieser Text, der Aleppo-Codex, ist zu finden unter der Adresse http://www.aleppocodex.org/links/9.html.

 

Die Fassung des Rollen-Textes stimmt in der Regel mit der masoretischen oder traditionellen Version in mittelalterlichen Handschriften wie dem Aleppo Codex überein, aber sie enthält auch unterschiedliche  Lesarten, alternative Schreibweisen, Schreibfehler und Korrekturen. Erstmalig zeigt der Rollentext auch auf, wie Hebräisch in der Zeit des Zweiten Tempels ausgesprochen wurde.

Bei allen Unterschieden ist es jedoch erstaunlich, wie gering inhaltliche Abweichungen zwischen der großen Jesaja-Schriftrolle und dem  Masoreten-Text sind.

Im Israel-Museum in Jerusalem ist eine Kopie der Schriftrolle zu besichtigen, manchmal werden sogar Teile des Originals gezeigt. Das Original wird speziell aufbewahrt.

 

 

In Jesaja Kapitel 53 wird weit vor der Geburt von Christus der Gottesknecht angekündigt, der stellvertretend für die Schuld aller Menschen bestraft wird, um Versöhnung mit Gott zu schaffen. Aus den Texten des Neuen Testaments ergibt sich, dass mit dem Gottesknecht Jesus Christus gemeint ist. Jesus könnte schon in Nazareth aus dieser Schriftrolle vorgelesen haben (Lukas Kapitel 4, 16 ff).

 

Eine wortgetreue englische Übersetzung der Qumran Schriftrolle Jesaja Kapitel 53 kann man finden unter der Adresse.  http://www.ao.net/~fmoeller/qa-tran.htm#c44   Sie beginnt mit Linie 5 der Spalte 44.  

 

5. (Chapter 53:) (1) Who has believed our report and the arm of YHWH to whom has it been revealed (2) And he shall come up like a suckling before him
6. and as a root from dry ground there is no form to him and no beauty [+to him+] and in his being seen and there is no appearance
7. that we should desire him. (3) He is despised and rejected of men, a man of sorrows and knowing grief
8. and as though hiding faces from him he was despised and we did not esteem him. (4) Surely our griefs he
9. is bearing and our sorrows he carried them and we esteemed him beaten and struck by God
10. and afflicted. (5) and he is wounded for our transgressions, and crushed for our iniquities, the correction
11. of our peace was upon him and by his wounds he has healed us. (6) All of us like sheep have wandered each man to his own way
12. we have turned and YHWH has caused to light on him the iniquity of all of us (7) He was oppressed and he was afflicted and he did not
13. open his mouth, as a lamb to the slaughter he is brought and as a ewe before her shearers is made dumb he did not open
14. his mouth. (8) From prison and from judgement he was taken and his generation who shall discuss it because he was cut off from the land of
15. the living. Because from the transgressions of his people a wound was to him (PP)

16. (9) And they gave wicked ones to be his grave and [a scribbled word probably accusative sign "eth"] rich ones in his death
17. although he worked no violence neither deceit in his mouth (10) And YHWH was pleased to crush him and He has caused him grief. (PP)

18. If you will appoint his soul a sin offering he will see his seed and he will lengthen his days and the pleasure of YHWH
19. in his hand will advance. (11) Of the toil of his soul he shall see {+light+} and he shall be satisfied and by his knowledge shall he make righteous
20. even my righteous servant for many and their iniquities he will bear. (12) Therefore I will apportion to him among the great ones
21. and with the mighty ones he shall divide the spoil because he laid bare to death his soul and with the transgressors
22. he was numbered, and he, the sins of many, he bore, and for their transgressions he entreated.
 

                                                                                                                                                                                                                                                                                       

 

 

 

 

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Alte Übersetzungen

 

- Reichs- und Mittelaramäisch

Nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf, sodass das Hebräische fortan in Konkurrenz zum Aramäischen stand und viele Einflüsse von diesem aufnahm (http://de.wikipedia.org/wiki/Neubabylonisches_Reich).

Im mehrsprachigen Perserreich wurde 550 – 330 vor Chr. aramäisch zu einer der offiziellen Reichssprachen („Reichsaramäisch“); es war von Kleinasien und Ägypten bis zum Indus verbreitet. Seine Bedeutung spiegelt sich auch in der jüdischen Bibel wider, wo einige spät entstandene Textpassagen in aramäischer Sprache verfasst sind. Seit etwa 500 v. Chr. wurden im Hebräischen die Schriftzeichen des Aramäischen übernommen („Quadratschrift“) und es werden innerhalb des Judentums heute beide Sprachen in derselben Schrift mit 22 Konsonantenzeichen geschrieben. Auch wird das Aramäische neben dem Hebräischen als Sprache der jüdischen Tradition empfunden. Zahlreiche Texte, die in Qumran gefunden wurden, sind in aramäischer Sprache verfasst.

Aus Tayma in Arabien sind aramäische Inschriften bekannt, die um 500 v. Chr. datieren. Auch im Gebiet der Nabatäer wurden zahlreiche aramäische Inschriften gefunden, ebenso auf dem Sinai und in Turkmenistan.

In Palästina verdrängte das Aramäische das Hebräische zunehmend. In der Zeit von Jesus wurde dort überwiegend Aramäisch gesprochen. Um die Zeitenwende war Aramäisch neben der griechischen Koine die allgemein gebrauchte Verkehrssprache des Nahen Ostens.

 

- Klassisches Aramäisch (Bibeltexte)

Die jüdischen Bibelübersetzungen ins Aramäische für den Synagogalgebrauch (Targume) und der Jerusalemer Talmud gehören zum westaramäischen Sprachzweig. Daneben steht das Ostaramäische u. a. beim babylonischen Talmud. Ein wichtiger Vertreter des Zentralaramäischen ist das Syrische, das zum Beispiel in der Peschitta (christlich-aramäische Bibelübersetzung) und in Schriften der Kirchenväter dokumentiert ist.

Siehe im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Aram%C3%A4ische_Sprachen und

http://de.wikipedia.org/wiki/Biblisches_Aram%C3%A4isch

 

 

- Alt-Griechisch (die Septuaginta)

Als Palästina gegen 333 vor Chr. Teil des  griechischen Großreichs unter Alexander dem Großen geworden war und seine Nachfolger die Herrschaft übernommen hatten, sind viele Juden nach Ägypten ausgewandert. Besonders zog es sie in die kulturell hochstehende Stadt Alexandria. Dort bildete sich ein hellenistisches Judentum. Diese Juden benötigten eine griechische Bibel.

In der Aristeasbrief-Legende (die historisch nicht nachweisbare Behauptungen enthält) ist von 72 jüdischen Gelehrten die Rede, die die hebräische Bibel übersetzt haben sollten.  Die Zahl 72 wurde auf 70 gerundet. Daraus entstand der Name Septuaginta (lateinische Übersetzung von 70; lateinische Zahl dafür: LXX) für die Übersetzung ins Alt-Griechische.

Die Übersetzung des damaligen Kanons ist so gegen 250 vor Chr. entstanden.

In Qumran und Massada wurden einige Fragmente aus dem 1. Jahrhundert vor Chr. gefunden. Beispiele: 4QLXXLeviticusa, 4QLXXNumbers.

Eine gute Fundstelle für Schriften aus Qumran, Massada, u. a. Orte am Toten Meer ist die Seite http://www.deadseascrolls.org.il/home. Dort explore-the-archive eingeben.

Ursprünglich war die Septuaginta eine Übersetzung der Tora, der fünf Bücher Mose, in die altgriechische Sprache für den Synagogalgebrauch (Targum). Später wurde der Begriff vor allem von Christen auf griechische Versionen des Alten Testaments ausgeweitet. In dieser späteren christlichen Form enthielt die Septuaginta sowohl alle griechisch übersetzten Bücher der Hebräischen Bibel als auch weitere Bücher, teils in griechischer Übersetzung, teils als griechische Originaltexte.

Mehr Einzelheiten zu finden unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Septuaginta .

Wer  griechische Schriftstellen in der Septuaginta sucht, speziell im Alten Testament, kann sie in folgender Internetseite finden:

http://www.bibleserver.com/.

 

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Zum Kanon des Alten Testaments

 

Als Jesus Christus in Israel lebte, gab es nur die Schriften des heutigen Alten Testaments. Er hat aus ihnen viel zitiert.

Diese jüdische Bibel entstand in der Zeit, als sich der israelische Staat bildete.

Ursprüngliche Bestandteile sind mündlich überlieferte Erzählungen, die von Priestern oder Propheten theologisch konzipiert und interpretiert worden sind.

 

Zu den ältesten schriftlichen Urkunden der Bibel gehören die 10 Gebote, die von Mose dem israelischen Volk übergeben wurden. Es handelt sich um zwei Steintafeln, die in einer hölzernen sog. Bundeslade transportiert wurden (5. Mose 10, 1 - 5). Salomo ließ sie in den neugebauten Tempel überführen (1. Könige 1 - 8). Mit der Zerstörung des Tempels durch die Babylonier 586 vor Chr. sind auch die Tafeln vernichtet worden.

 

Der Gott Jahwe wurde bereits 850 vor Chr. in archäologischen Funden erwähnt (siehe: Mesa-Stele ). Das älteste Bibelzitat ist aus der Zeit 700 – 600 vor Chr. erhalten (siehe: Silber-Amulette)

 

Schon lange vor Christus gab es unter den Israeliten Bücher der Bibel, die allgemein anerkannt waren.

Die Schriften des Gesetzes von Mose wurden 622 vor Chr. vom Hohenpriester Hilkija im Tempel gefunden und dem König Josia überreicht (2. Könige 22, 8 – 20).

 

Vom Propheten Jeremia ist ein Amtssiegel des Schreibers Baruch von ca. 600 vor Chr. erhalten (siehe: Amtssiegel).

 

 

Der Jude Nehemia wurde vom Perserkönig Artaxerxes I (464 - 424 v. Chr.) als Statthalter in Judäa eingesetzt. Er ließ den Priester Esra das Gesetz von Mose vor dem versammelten Volk vorlesen (Nehemia 8, 1 – 12).

 

Nach Josephus wurden 22 Bücher in der Zeit des persischen Königs Artaxerxes als kanonisch angesehen, von Mose bis zum Propheten Maleachi (Lit. Flavius Josephus: Über die Ursprünglichkeit des Judentums (Contra Apionem), Hrsg. Folker Siegert, 2008, Göttingen, S. 104). Josephus meint: Die nach dieser Zeit  entstandenen Bücher wurden nicht mehr anerkannt, weil es keine lückenlos aufeinanderfolgenden Propheten mehr gab. Das letzte Buch des Alten Testaments ist demnach der Prophet Maleachi.

 

Der Übersetzer des hebräischen Buches Jesus Sirach (Enkel von Sirach) verfasste  etwa 130 vor Chr. die griechische Übersetzung der Vorlage seines Großvaters. Im Vorwort setzt er die jüdische Bibel (das Alte Testament) voraus und spricht von einer Dreiteilung der biblischen Schriften:

  1. Gesetz (Thora)
  2. Propheten
  3. andere Bücher

 

Hebräische Fragmente des Buches Jesus Sirach wurden in Qumran und in Massada gefunden (geschrieben etwa 50 – 100 vor Chr.)

 (Aus: The Hebrew Text of Sirach: A Text-Critical and Historical Study by Alexander A. di Lella, The Hague: Mouton & Co., 1966).

(im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_Sirach )

Eine gute Fundstelle für Schriften aus Qumran, Massada, u. a. Orte am Toten Meer ist die Seite http://www.deadseascrolls.org.il/home. Dort explore-the-archive eingeben.

 

Wie schon Jesus Sirach haben die Juden ihre biblischen Schriften in drei Kategorien eingeteilt: Thora („Weisung“), Nevim („Propheten“) und Ketuvim („Schriften“). Die hebräischen Anfangsbuchstaben dieser Teile ergeben mit eingefügten Vokalen das Wort Tanak (oder Tenak), ausgesprochen Tanach (oder Tenach). Siehe im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Tanach

Auch Jesus sprach vom Gesetz des Mose, den Propheten und den Psalmen (der Hauptteil der übrigen Schriften), zu finden in Lukas 24, Vers 44.

 

Wenn man aus den Textfunden in Qumran Schlüsse auf die Zustände in Israel in der Zeit von Mitte des 3. Jahrhunderts bis 68 nach Chr. ziehen will, ergibt sich folgende Situation: Es gab verschiedene leicht unterschiedliche Glaubensrichtungen nebeneinander.

Es gab Abschreiber, die in Textvorlagen Änderungen einfügten, z. B. vereinfachte Lesarten, oder eine eigene Orthographie. Diese Texte werden manchmal als „Vulgärtexte“ bezeichnet.

Daneben gab es Abschreiber, die den Text sorgfältig übernahmen. Das waren vermutlich Texte, die bei öffentlichen Anlässen in der Liturgie Verwendung fanden. Diese werden entsprechend manchmal als „Nicht-Vulgärtexte“ bezeichnet (Lit: Emanuel Tov: Der Text der hebräischen Bibel, 1997, Kohlhammer Verlag, Stuttgart, S. 159). Die „liturgischen“ Texte sind in Qumran relativ häufig vertreten.

Althebräisch geschriebene Texte gehören überwiegend zu den älteren Handschriften in Qumran. Sie stammen fast alle aus den 5 Mosebüchern (Lit.: Johann Maier: Studien zur jüdischen Bibel und ihre Geschichte, Walter de Gruyter, Berlin – New York, 2004, S. 112).

 

Das jüdische Gemeinwesen, die Hierokratie, also die Herrschaft des Hohenpriesters, und auch der jüdische Tempel mit dem Opferkult waren in den Jahren 70 bis 73 nach Chr. nach der Erstürmung von Jerusalem durch die Römer unter Titus endgültig untergegangen.

Danach musste die Schrift - als einzige noch existierende Grundlage der jüdischen Religion und des jüdischen Volkes - gerettet werden.

Das Judentum musste sich reorganisieren.

 

In der Zeit vom  7.  – 11. Jahrhundert haben sog. Masoreten den Text standardisiert. Masoreten („Überlieferer“) sind jüdische Gelehrte, die den Text nicht nur kopierten, sondern auch die Redaktion und Standardisierung der Textvorlage vornahmen.

Die alten Schriften aus der Zeit des 2. Tempels waren nur mit Konsonanten überliefert. Da die hebräische Sprache nicht mehr Umgangssprache war, wusste man nicht mehr genau, wie der Text ausgesprochen werden sollte. Daher mussten Vokal- und Lesezeichen eingefügt werden. Die Masoreten kümmerten sich auch um Textvarianten und vermutete Fehler.

Die Schulen der Masoreten befanden sich in Babylonien und in Palästina. In Palästina erstand das Schriftgelehrtenzentrum in Tiberias.

Besonders bekannt waren aus Tiberias die Familien Ben Ascher und Ben Naftali. Das System der Familie Ben Ascher hat sich im 11. Jahrhundert in Europa durchgesetzt (dazu im Internet: (http://de.wikipedia.org/wiki/Masoretischer_Text ).

Die Abschrift eines Exemplars von Aaron ben Mosche ben Ascher aus dem Jahr 1008 nach Chr. befindet sich in Petersburg. Im Internet zu finden unter http://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Leningradensis.

 

Christen haben die Bücher des hebräischen Tanach übernommen und ergänzten sie mit Büchern der Septuaginta, je nach Konfession leicht unterschiedlich. Daraus entstand der Kanon des Alten Testaments.

Kanon als Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Rohr“. Im alten Orient wurde ein Stab zum Messen benutzt. Im frühkirchlichen Gebrauch bezeichnet „Kanon“ eine Glaubensregel, die von der Tradition bezeugt wird. Athanasius unterschied zwischen kanonischen Schriften, die überliefert und als von Gott stammend geglaubt werden und apokryphen Schriften, in denen Irrlehrer ihre Lehren mit den von Gott inspirierten vermischt haben (Lit.: Donath Hercsik: Die Grundlagen unseres Glaubens, 2005, LIT-Verlag Münster S.71 ff).

 

Erstaunlich bei Allem ist zum einen, wie gut die Textüberlieferung des Alten Testaments ist (vgl. Funde in Qumran und Massada), zum anderen, wie trotz verschiedener Verfasser zu verschieden Zeiten bei den Texten eine geistliche Einheit zu erkennen ist.

 

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Außerkanonische Schriften (Apokryphen)

 

Apokryphen sind Texte, die nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurden.

Die alt-griechische Bezeichnung dafür, „apokryphos“, auf Deutsch „verborgen“, hat sich eingebürgert. Sie ist aber für das Alte Testament unzutreffend. Gemeint sind eigentlich Schriften, die sich im Stil und Inhalt an biblische Bücher anlehnen und den Anspruch erheben, gleichbedeutend zu sein. Z. B.: Ein bekannter Patriarch oder Prophet soll der Verfasser sein und es werden Informationen und Belehrungen vermittelt, die die Bibel ergänzen sollen.

Deswegen wäre die richtigere Bezeichnung außerkanonische Schriften (Lit.: Hrsg. Alfred Schindler: Apokryphen zum Alten und Neuen Testament. Manesse-Verlag Zürich, 1988, Vorwort).

Weitere Einzelheiten unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphen

Da die griechische Übersetzung Septuaginta mehr Bücher enthielt als die hebräische Bibel, wurde sie von den Juden nicht anerkannt.

Christen haben apokryphe Schriften je nach Konfession unterschiedlich behandelt. Die katholische und die orthodoxe Kirche orientierten sich beim Kanon an den Schriften der Septuaginta. Evangelische Kirchen schlossen sich dem jüdischen Kanon an und sahen alle darüber hinausgehenden Schriften als apokryph an.

Nach dem jüdischen Kanon (und evangelischen Kanon) sind folgende Schriften apokryph:

Diese Schriften gehören in der katholischen Kirche zum Kanon.

 

 

Apokryph sind in der katholischen Kirche folgende Schriften:

 

 

Motive zum Abfassen apokrypher Schriften können unterschiedlich sein. Oft sind Beschreibungen in der Bibel sehr allgemein gehalten: Handlungen werden angeführt, ohne Begründungen anzugeben, manchmal werden auch keine Namen genannt und das geschichtliche und geographische Umfeld wird ausgeklammert. Das weckt Neugier und veranlasst wie in einem Roman ausmalende Beschreibungen (Alfred Läpple: Die geheimen Schriften zur Bibel, Bassermann-Verlag, 2002, S. 22).

 

Einige Beispiele dazu:

 

Zu Abraham in 1. Mose (Genesis) ein Qumrantext 1Q apGen in aramäischer Sprache, 3. Jahrhundert vor Chr. Hier spricht Abraham persönlich über seine  Erlebnisse und Visionen:

Gott erschien mir in einer nächtlichen Vision und sagte zu mir: „Geh hinauf nach Ramat Hazor, das im Norden von Bet-El, wo du jetzt wohnst, liegt, und blicke auf. Schau nach Osten, Westen, Süden und Norden. Sieh dir all dieses Land an, das ich dir und deinen Nachkommen geben will für alle Zeiten.“  Also ging ich am nächsten Tag hinauf nach Ramat Hazor und sah mir das Land von jener Anhöhe aus an, vom Fluss Ägyptens bis zum Libanon und dem Senir und vom Mittelmeer bis zum Hauran und das ganze Land von Gebal bis nach Kadesch und die ganze große Wüste bis zum Ostrand von Hauran und Senir bis zum Eufrat. Und er sprach zu mir: „Ich will das ganze Land deinen Nachkommen geben; sie werden es für immer erben …“ usw. (Übersetzung bei Läpple S. 52)-

 

 

Über Melchisedek, der in 1. Mose 14, 18 nur kurz erwähnt wird, wird ausführlicher berichtet im Qumrantext 11 Q 13, 150 vor Chr.:  Melchise dek, der ihnen zurückgeben wird, was ihnen rechtmäßig gehört. Er wird ihnen das Jubeljahr verkünden und s ie dabei befreien von der Schuld a ll ihrer Sünden.  Er soll ver künden diesen Erlass in der er s ten Woch e des Jubeljahrs, das auf neun J ubeljahre fol gt), wenn er sühnen wird für all die Söhne des Lichts und das Vol k, das vor herbestimmt ist dem Mel chi sedek … usw.).

(Übersetzung bei Läpple S. 59)

 

 

 

Über Isaak wird auch hinsichtlich der Einrichtung der Grabstätte in 1. Mose 25, 10 und 35, 27 -29  im sog. Jubiläumsbuch ausführlicher: berichtet:

Isaak rief seine beiden Söhne Esau und Jakob. Sie kamen zu ihm, und er sprach zu ihnen: „ Meine Söhne! Ich gehe den Weg meiner Väter, zu dem ewigen Haus, wo meine Väter sind. Begrabt mich nahe meinem Vater Abraham in der Doppelhöhle auf dem Feld des Hethiters Efron, in der Höhle, die Abraham zu seinem Grabmal erwarb. Dort in dem Grab, das ich mir selbst grub, begrabt mich! ... usw.)

Auszüge  aus dem Jubiläumsbuch befinden sich auch in Qumrantexten: 1 Q 17, 1 Q Jub a  ; 1 Q 18, 1 Q Jub a  .

 (Übersetzung bei Läpple S. 61)

 

Eine gute Fundstelle für Schriften aus Qumran, Massada, u. a. Orte am Toten Meer ist die Seite http://www.deadseascrolls.org.il/home. Dort explore-the-archive eingeben.

 

 

 

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Urgeschichte: Schöpfung und wissenschaftliches Weltbild

 

In der Bibel gibt es im 1. Buch Mose einen Bericht über die Schöpfung der Welt. Dafür haben wir keine archäologischen Nachweise.

 

In der Menschheitsgeschichte wurde schon immer über Ursprung und Ziel der Welt nachgedacht. Mythen darüber mit Göttern, Magie und Geisterglauben waren z. B. bei den Ägyptern, Babyloniern, Römern, Griechen und Germanen verbreitet.

Die Weltbilder änderten sich im Lauf der Zeit. So kam anfangs im Altertum bei den Griechen und am Ende des Mittelalters u. a. durch Kopernikus und Kepler die Idee der „Aufklärung“ mit den Begriffen Verstand und Vernunft zum Zuge. Danach ist die Natur Gesetzmäßigkeiten unterworfen, die man mit unseren Sinnesorganen wissenschaftlich erfassen kann.

Die Frage bleibt, wie weit unser Weltbild das wirkliche Aussehen des Universums wiedergibt.

 

Newton entwickelte das Weltbild der Mechanik, das durch das heutige Weltbild mit Einsteins Relativitätstheorie und Plancks Quantenmechanik weiterentwickelt wurde. Jedoch werden viele alltägliche Phänomene weiterhin durch die klassische Mechanik ausreichend genau beschrieben. Das gilt dann, wenn die Geschwindigkeit der Relativbewegung zweier Objekte im Verhältnis zur Lichtgeschwindigkeit klein ist. Im gegenwärtigen Weltbild spielen der Urknall, die Expansion des Universums, in der Biologie die Entstehung des Lebens und die Evolution eine große Rolle.

(Lit.: Joel Walton, Eve Adamson: Der Ursprung des Universums für Dummies, 2009, Wiley-VCH Verlag, Weinheim; J. Tomiska: Physik, Gott und Materie, 2010, Ueberreuter Verlag, Wien.

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_Mechanik und http://de.wikipedia.org/wiki/Relativit%C3%A4tstheorie)

 

 

 

 

1. Zur Schöpfung in der Bibel

Die Bibel benutzt für Ereignisse, die außerhalb unserer Vorstellungswelt liegen, eine bildhafte Sprache. Es wird in  ihr nicht der Anspruch darauf erhoben, dass die Ereignisse wirklich so geschehen sind. Z. B., wenn der Schöpfungsbericht von einem „oberhalb“ und einem „unterhalb“, von einer Himmelsfeste und von Lichtern an der Feste spricht oder wenn darüber berichtet wird, dass die Erde auf Pfeilern ruht (in Hiob 38, Vers 6) oder wenn gesagt wird, dass die Sonne ihre Bahn zieht (in Psalm 19, Verse 5 - 7).

Die biblischen Aussagen bedienen sich einer Sprache und Vorstellungswelt, die jedem Menschen unmittelbar zugänglich ist. Der Vorteil dieser Bildsprache ist ihre Anschaulichkeit. Jeder Mensch, egal wo und zu welcher Zeit er lebt, kann das verstehen. Er nimmt die Welt genau so wahr: Der Himmel befindet sich oberhalb, die Sterne erscheinen an der die Erde umgebenden Himmelskugel (Firmament), die Sonne geht im Osten auf und neigt sich im Westen und die Erde erscheint dem Auge zunächst als eine weit ausgebreitete Fläche.

Diese Bilder behalten ihre Gültigkeit auch bei sich wandelnden Weltanschauungen (vgl. Albrecht-Bengel-Haus: Theologische Orientierung Nr. 150 April-Juni 2008, Tübingen, S. 22).

 

Der Schöpfungsbericht stammt aus Überlieferungen, die von dem oder den Verfassern des Buches 1. Mose gesammelt und niedergeschrieben wurden. Anschließend werden die deutschen Bibeltexte nach Gerhard von Rad und nach Martin Luther zitiert.

                                                                                                                                                                                                                                          

Auszug aus Gerhard von Rad: Das Alte Testament Deutsch, Teilband 2

Auszug aus der Luther-Bibel

1. Mose 1,1 Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. 1,2 Die Erde aber war wüste und leer gewesen, Finsternis lag über dem Urmeer und ein Gottessturm schwebte über der Wasserfläche. 1,3 Da sprach Gott: Es werde Licht, und es ward Licht. 1,4 Gott aber sah das Licht, dass es gut war. Dann schied Gott zwischen dem Licht und der Finsternis. 1,5 Das Licht nannte Gott Tag, die Finsternis Nacht. So ward Abend und so ward Morgen: ein Tag. 1,6 Dann sprach Gott: Es entstehe ein Firmament in den Wassern, das bilde eine Scheidewand zwischen den Wassern, und es geschah so. 1,7 So machte Gott das Firmament und schied zwischen den Wassern unter dem Firmament und dem Wasser über dem Firmament. 1,8 Und Gott nannte das Firmament Himmel. So ward Abend und so ward Morgen: zweiter Tag.

1,9 Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort, dass das Trockene sichtbar werde; und so geschah es.

1,10 Und Gott nannte das Trockene Erde; die Ansammlung des Wassers Meer. Und Gott sah, dass es gut war. 1,11 Dann sprach Gott: Aufgrünen lasse die Erde Grünes, nämlich Kraut, das Samen bringt nach seinen Arten und Fruchtbäume, die Früchte tragen nach ihrer Art, in denen Same ist auf Erden. Und so geschah es. 1,12 So brachte die Erde Grün hervor, Kraut, das Samen bringt nach seiner Art und Bäume, die Früchte tragen, in denen Same ist, nach ihrer Art; und Gott sah, dass es gut war.

 

1,13 So ward Abend und so ward Morgen: dritter Tag.

1,14 Dann sprach Gott: Es sollen Leuchten werden am Firmament des Himmels, damit sie scheiden zwischen Tag und Nacht und sollen dienen zu Zeichen, für Festzeiten, für Tage und Jahre. 1,15 Und seien Leuchten am Firmament des Himmels, um zu leuchten über der Erde. Und so geschah es. 1,16 So machte Gott die beiden großen Leuchten: Die größere zur Herrschaft über den Tag, die kleinere zur Herrschaft über die Nacht, dazu die Sterne. 1,17 Und Gott setzte sie an das Firmament des Himmels, um zu leuchten über die Erde, 1,18 um über Tag und Nacht zu herrschen und zu scheiden zwischen Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. 1,19 So ward Abend und so ward Morgen: vierter Tag.

 

1,20 Dann sprach Gott: Wimmeln sollen die Gewässer von einem Gewimmel von lebenden Wesen und Vögel sollen über der Erde hinfliegen am Firmament des Himmels. Und es geschah so. 1,21 So schuf Gott die großen Seeungetüme und alle lebendigen regen Wesen, von denen das Wasser wimmelt nach ihren Arten und alle geflügelten Vögel nach ihren Arten. Und Gott sah, dass es gut war. 1,22 Dann segnete sie Gott und sprach: Seid fruchtbar, mehret euch und füllet das Wasser in den Meeren; die Vögel aber sollen sich auf der Erde vermehren. 1,23 So ward Abend und so ward Morgen: fünfter Tag.

 

 

1,24 Dann sprach Gott: Die Erde bringe hervor lebendige Wesen nach ihren Arten; Vieh, Kriechtiere und das Wild des Feldes nach seinen Arten; und so geschah es. 1,25 So machte Gott die Landtiere nach ihren Arten, das Vieh nach seinen Arten und alle Kriechtiere auf der Erde nach ihren Arten. Und Gott sah, dass es gut war. 1,26 Dann sprach Gott: Wir wollen Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über alle Landtiere und über alle Kriechtiere, die auf Erden kriechen. 1,27 So schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde; nach Gottes Bild schuf er ihn; männlich und weiblich schuf er sie. 1,28 Und er segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, mehret euch, füllet die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische des Meeres, die Vögel des Himmels und über alles Getier, das sich auf Erden regt.

 

 

 

 

1,29 Dann sprach Gott: Hier gebe ich euch alles Kraut, das Samen sät auf der ganzen Erde und alle Bäume mit samentragenden Baumfrüchten; das sei eure Nahrung. 1,30 Allen Tieren des Landes, allen Vögeln des Himmels und allen Kriechtieren auf der Erde, in denen lebendiges Wesen ist, gebe ich alles Grüne des Krautes zur Nahrung. Und so geschah es. 1,31 Und Gott sah alles, was er gemacht hatte und siehe, es war sehr gut. So ward Abend und so ward Morgen: sechster Tag.

 

2,1 Also wurden vollendet der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer. 2,2 Und Gott vollendete am siebenten Tag sein Werk, das er gemacht hatte und ruhte am siebenten Tage von all seinem Werk, das er gemacht hatte. 2,3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das er schaffend gemacht hatte.

2,4 Dies ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden.

1. Mose 1,1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 1,2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. 1,3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 1,4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 1,5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. 1,6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. 1,7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so. 1,8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.

1,9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Orte, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so. 1,10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war. 1,11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so. 1,12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war.

 

1,13 Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.

1,14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre 1,15 und seien Lichter an der Feste des Himmels, dass sie scheinen auf die Erde. Und es geschah so. 1,16 Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne. 1,17 Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde 1,18 und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. 1,19 Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.

1,20 Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. 1,21 Und Gott schuf große Walfische und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. 1,22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden. 1,23 Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.

1,24 Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so. 1,25 Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. 1,26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 1,27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib. 1,28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.

 

1,29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. 1,30 Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. 1,31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.

2,1 So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2,2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. 2,3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.

2,4 So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.

 

                                                                                                                                                                                                                                       

Nach Gerhard von Rad (Das Alte Testament Deutsch, Teilband 2, Das erste Buch Mose, 5. Auflage, 1958, Göttingen, S. 50 ff) hat der Text von Gottes Weltschöpfung keinen Verfasser in unserem Sinn des Wortes; er ist seinem Wesen nach nicht Mythus und nicht Sage, sondern Priesterlehre. Es handelt sich um uraltes sakrales Wissen, von den bewahrenden Händen vieler Generationen von Priestern weitergegeben, immer wieder aufs Neue bedacht, gelehrt, durchgeformt. Verschiedene Unebenheiten im Stoff machen deutlich, dass dieser Prozess Hand in Hand ging mit einer immer radikaleren Reinigung und Ausschmelzung aller mythischen und spekulativen Elemente, eine staunenswerte theologische Leistung.

Zwar klingen einige Begriffe an, die offensichtlich Gemeingut altorientalischen, kosmologischen Denkens waren, aber sie haben eine andere Bedeutung. Z. B. gibt es im babylonischen Schöpfungsepos einen Weltdrachen „Tiamat“. Doch im Buch 1. Mose heißt es: Am Anfang war „tehom“ (das Chaosmeer), ein ungestalteter Urstoff der Schöpfung. Es gibt keinen Kampf zweier Urprinzipien, nicht einmal ein Unterton über eine gottfeindliche Macht ist spürbar.  Es wird nicht spekulativ ein kosmisches Schauspiel entwickelt und der Schöpfungsakt selbst wird auch nicht beschrieben. Daher kann der Schöpfungsbericht nicht von Assyrern oder Babyloniern übernommen worden sein.

 

Das Leitthema der Berichte lautet: Alles ist von Gott geschaffen, es gibt keine schöpferische Macht außer ihm. Eine Stufenfolge in den Beziehungen der Kreaturen zum Schöpfer ist erkennbar. Die Schöpfung beginnt mit dem am Fernsten zu Gott stehenden, dem Chaos. Dann folgen Licht und Finsternis, dann die Atmosphäre, dann Festland (Erde) und Meer, dann die Pflanzen, dann Sonne und Sterne, dann Wassertiere, dann Vögel,  dann Landtiere und zuletzt der Mensch nach dem Bild des Schöpfers.

Die Welt ist also auf den Menschen hin angelegt und der Mensch ist unmittelbar Gott zugeordnet. Daher ist auch eine Vergottung der Natur abwegig.

Mit der Schöpfung beginnt die Geschichte der Welt und der Menschen in ihr.

 

 

 

 

 

 

2. Urknall und Expansion des Universums

In der Darstellung von Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Urknall) fängt nach der Urknall-Theorie das Weltall mit mikroskopischer Kleinheit an. Es war zu jedem Zeitpunkt mit Materie gefüllt und der Raum selbst dehnte sich aus. So gehen viele Physiker davon aus, dass der Urknall auch den Beginn von Materie und von Raum und Zeit darstellt. Vor dem Urknall gab es weder Raum noch Zeit.

Verschiedene Zeiträume nach dem Urknall  sind jedoch als eigenständige Perioden im Leben des Universums erkannt worden. Die Übereinstimmung astronomischer Beobachtungen mit den Ergebnissen der verschiedenen Epochen gilt der Mehrzahl der Astronomen als Hinweis auf die Korrektheit der Vorstellungen vom Urknall.

Aufgrund astronomischer Berechnungen wird das Alter des Universums auf 13,7 Milliarden Jahre geschätzt. Vor 4,6  Milliarden Jahren sei unser Sonnensystem einschließlich der Erde entstanden.

 

- Fotos vom Universum

Die Entfernung der Erde zum Mond beträgt ca. 400 000 km. Anbei ein Foto mit dem Blick vom Mond auf die Erde:            

 http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:NASA-Apollo8-Dec24-Earthrise.jpg&filetimestamp=20050903022650

 

Näheres zum Universum: http://de.wikipedia.org/wiki/Universum  mit Fotos des Weltraumteleskops "Hubble" vom Januar 2010. In den Hubble-Fotos sieht man auch weit entfernte Sonnensysteme und Sternhaufen, wie sie vor 12 Milliarden Jahren ausgesehen haben.

Wir wissen nicht, wie sie heute aussehen.

Am 6. Juli 2010 wurde das vom "Planck-Satellit" der European Space Agency aufgenommene Bild der Mikrowellenstrahlung als 360-Grad-Rundumansicht des gesamten Himmels veröffentlicht. Es handelt sich um eine Aufnahme und zeigt die nächstgelegenen Teile der Milchstraße bis hin zu den entferntesten Gefilden von Raum und Zeit. Die Hauptscheibe unserer Milchstraße verläuft durch die Bildmitte als heller Streifen. 

Zu erkennen ist auch die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung, der rötlich gesprenkelte Hintergrund auf der Bildober- und Bildunterseite. Es ist das älteste Licht im Universum und der Rest des Feuerballs, aus dem dieses vor 13,7 Milliarden Jahren entstand.

http://www.pro-physik.de/details/news/1111747/Hintergrundstrahlung_im_Detail.html

 

 

3. Zur Entstehung des Lebens und zur Evolution

Evolutionstheorien versuchen Ursprung, Entwicklung und Vielfalt des Lebens auf der Erde zu beschreiben und zu erklären.

Bis heute gibt es keine zusammenhängende Theorie, die erklären kann, wie das Leben entstand. Stattdessen gibt es verschiedene Hypothesen über die Entwicklung von Biomolekülen aus nichtlebenden Vorläufern.

Nach der Erstarrung der Erde vor ca. 4,5 Milliarden Jahren hatte die Erde eine Atmosphäre und Wasser. Für die Entstehung von Leben wird Wasser benötigt.

1953 begannen Wissenschaftler die Bedingungen der Erde vor ca. 4,5 Milliarden Jahren zu simulieren, um aus anorganischen Verbindungen organische herzustellen.

In dem Beitrag von Wikipedia gelten diese Experimente und Vorschläge als Diskussionsbeiträge, um zu illustrieren, wie Leben mittels solcher Prozesse entstanden sein könnte. Sie sind aber nicht als Beweis zu werten, dass die genannten Hypothesen richtig sind. Man kann nicht erwarten, Fossilien aus der Zeit zu finden, zu der die ersten Lebensformen entstanden sein sollen, denn diese hypothetischen ersten Lebens(vor)formen waren Moleküle, die keine geologischen Spuren hinterlassen haben.

(aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Chemische_Evolution Stand: 4.2005).

Nach dem Auftreten erster Lebensformen drängt sich die Frage auf, wie sich daraus verschiedene Pflanzen- und Tierarten entwickelt haben. Darwins Evolutionstheorie geht von der der Abstammung der Lebewesen voneinander aus: Das Spektrum der Arten hat sich nach seiner Ansicht in einem langen Entwicklungsprozess durch Fortpflanzung der an die Umwelt besser angepassten Arten und durch das Aussterben der schlechter angepassten Arten verändert.

Darwin benutzte Fossilien in den übereinanderliegenden Erdschichten, wobei die tieferen Schichten einer älteren Zeit zugeordnet wurden. Das absolute Alter der Erde wurde durch Schichtdicken u. a. Methoden geschätzt. Im 18. Jahrhundert schätzte der Franzose de Buffon das Alter der Erde auf 75.000 Jahre. Vorher begnügte man sich mit den aus dem biblischen Schöpfungsbericht errechneten 6.000 Jahren.

Darwin benötigte für seine Evolutionstheorie mit den Entwicklungsmechanismen eine längere Zeit. Er legte sich auf 300 Millionen Jahre fest. Erst 1953 wurde mittels Uran-Blei Isotopenmessungen das Alter der Erde durch Patterson auf 4,55 Milliarden Jahre festgelegt (aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Evolutionstheorie Stand: 4.2005).

Die Menschwerdung soll mit affenartigen Primaten angefangen haben, und zwar in Ostafrika vor ca. 5 bis 7 Millionen Jahren. Der heutige Mensch wird der Gattung „Homo sapiens“ zugerechnet. Er soll vor 130.000 Jahren zuerst in Afrika aufgetaucht sein (neuere Quellen sprechen von vor 160.000 Jahren in Äthiopien) und seit 100.000 Jahren auch außerhalb Afrikas. Knochen- und Werkzeugfunde sollen die Hypothesen belegen. Über die Ursprünge des „Homo sapiens“ gehen die Ansichten auseinander

(aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Hominisation Stand: 4.2005 und Stuttgarter Zeitung vom 29.09.2009).

 

 

 

 

4. Lässt sich der Schöpfungsbericht beweisen?

Die Schöpfung der Welt durch Gott lässt sich naturwissenschaftlich weder beweisen noch widerlegen, weil sich naturwissenschaftlich keine Aussagen machen lassen über einen Bereich, der außerhalb der materiellen Erscheinungen der Natur liegt. Leider wird das von verschiedenen namhaften Naturwissenschaftlern übersehen. Die einen vermischen objektive Daten,  theoriegeleitete Interpretationen und ihre Weltanschauung, um damit „naturwissenschaftlich“ den Atheismus zu beweisen. Die anderen wollen ihren Gottesglauben durch die Einführung eines “intelligenten Designers“ in die Naturwissenschaften beweisen.

(Näheres dazu in den Thesen von John C. Lennox  http://www.iguw.de/uploads/media/Lennox_J_Grundfragen-Verstaendnis-Evolution-2001_IGUW.pdf )

 

 

 

Wenn es auch keine Beweise für das Wirken Gottes gibt, so gibt es jedoch naturwissenschaftliche, geisteswissenschaftliche und geschichtliche Hinweise sowie positive gesellschaftliche Auswirkungen der christlichen Lehre.

 

- Zu den naturwissenschaftlichen Hinweisen:

  • Beispiele aus dem Universum:

Naturkonstanten: Die ungeheure Größe und Vielfalt des Kosmos bringt viele Menschen zum Nachdenken und Staunen.

Es gibt Grundkräfte, die die Prozesse im Universum bestimmen: Gravitation, elektromagnetische Kraft, die schwache und die starke Kernkraft. Die Teilchenmassen und die Reichweite und Stärke der Grundkräfte sind aufeinander abgestimmt. Selbst geringfügige Änderungen der Naturkonstanten und der „Grundeinstellung“ würden unser heutiges Universum sofort zerstören bzw. hätten es gar nicht entstehen lassen (Lit.: Harald  Lesch, Jörn Müller: Big Bang, Zweiter Akt; Bertelsmann, 2003, S. 379  ff).

 

Viele besondere Umstände haben dazu beigetragen, dass Leben, wie wir es heute vorfinden,  auf dem Planeten Erde entstehen konnte.

Anschließend werden einige genannt:

 

Stellung in der Milchstraße (Galaxie): Die Sonne mit ihren Planeten befindet sich nicht zu nahe am Zentrum der Milchstraße, weil dort wegen der heißen Gas- und Staubwolken lebensfeindliche Bedingungen herrschen und auch nicht zu weit weg, dann hätte sich kein Sonnensystem mit Planeten entwickelt.

 

Atmosphäre :  Zum Erhalt des Lebens sind Gase, d. h. ist eine Atmosphäre erforderlich. Die Erde kann die Atmosphäre nur halten, weil sie  genügend Schwerkraft  hat. Eine gute Zusammensetzung der Gase: Stickstoff, Sauerstoff und Kohlendioxyd ist erforderlich und vorhanden. Die Atmosphäre schirmt uns vor Meteoriten ab, indem in ihr die überwältigende Mehrheit der Meteoriten verglüht.

 

Wasser als Voraussetzung für das Leben:  Alle Lebewesen. auch wir Menschen, bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Wasser ist im ganzen Körper verteilt. Es ist in den Organen, im Blut, in den Muskeln, ja sogar in den Knochen ist Wasser enthalten. Lebewesen verdursten, wenn sie kein Wasser bekommen. Damit Organismen leben können, benötigen sie eine Umgebung, in der flüssiges Wasser stabil vorhanden ist.

Das bedeutet, dass die Erde in genau definierter Entfernung zur Sonne stehen muss. Astronomen schätzen, dass alles Leben, wenn sich der Abstand der Erde zur Sonne nur um zwei Prozent ändern würde, ausgelöscht werden würde, da das Wasser entweder völlig gefrieren oder völlig verdunsten würde.

Die Erde wird auch als blauer Planet bezeichnet. Etwa 70 % der Erdoberfläche sind Ozeane, die der Erde ihre Farbe geben.

 

Erddrehung : Die Erddrehung verhindert, dass die Erde beim Umlauf um die Sonne nur für eine Hälfte Wärme erhält. Die Rotationsachse hat einen Winkel von 23,5 % zur Sonne.

 

Die Bedeutung des Mondes: Der Mond hält die Drehachse (= Rotationsachse) der Erde stabil auf ihrem Neigungswinkel von 23,5 Grad. Ohne ihn würde die Erdrotationsachse nach den Gesetzmäßigkeiten der Chaostheorie im Raum taumeln. Das wäre der Tod für alles Leben auf der Erde!

 

Schutz vor Elektronenbeschuss: In etwa 12 000 km Höhe haben Physiker der Nasa mit Hilfe von 2 Satelliten im Jahr 2012 ein Schutzschild entdeckt, das für schnelle Elektronen nicht durchlässig ist. Ein Beschuss mit schnellen Elektronen ist für das Leben auf der Erde gefährlich. Wodurch die scharfe Grenze entsteht, wissen Wissenschaftler noch nicht.

 

Quellen: John Lennox: Hat die Wissenschaft Gott begraben? 7. Auflage 2007, R. Brockhaus Verlag Wuppertal 2002, Internet:

http://www.cgg-online.de/wissenschaft/ErdeLeben.htm , http://www.astronomie.de/bibliothek/artikel-und-beitraege/exosolare-planeten/leben-ausserhalb-unseres-sonnensystems/#  , http://www.mpifr-bonn.mpg.de/607400/leben ,

http://www.astronews.com/news/artikel/2009/09/0909-018.shtml , http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/star-trek-schutzschild-der-erde-verbluefft-physiker-a-1005291.html , http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Bildungsmaterialien/gs_wasser_schueler.pdf

 

Astronomische Filme zur Schöpfung

Der kanadische Astrophysiker und Direktor der Sternwarte in Vancouver Hugh Norman Ross zeigt in drei Filmen die Wege zur Schöpfung. Er beginnt seine Darstellungen mit unserem Sonnensystem, setzt sie fort mit der Betrachtung unserer Milchstraße und der Nachbargalaxien und befasst sich schließlich mit dem Weltall:

 

Reise zur Schöpfung -- Teil 1  

– unser Sonnensystem

 

Reise zur Schöpfung -- Teil 2  

– unsere Milchstraße (Galaxie) und Nachbargalaxien bis zu 400 Millionen Lichtjahren entfernt

 

Reise zur Schöpfung -- Teil 3

– das gesamte Weltall (Universum)

 

 

  • Beispiele aus dem Mikrobereich:

Die menschliche Eizelle: Eine befruchtete menschliche Eizelle ist ungefähr 1/10 mm groß. Die Eizelle im Eileiter vermehrt sich durch

Zellteilung. Es entsteht ein Embryo und nach der Geburt ein Baby. So weit der bekannte Vorgang. Was steckt dahinter? Die Eizelle

enthält 46 fadenförmige Kernkörperchen, auch Chromosomen genannt. Ein Chromosom besteht aus einem Eiweißfaden, um den ein DNA-Molekül gewickelt ist (DNA = Desoxyribonukleinsäure). Die Abschnitte des DNA-Moleküls werden Gene genannt. Gene enthalten als Erbsubstanz molekulare Baupläne für Proteine (Eiweiße). Hochspezialisierte Proteine sind Voraussetzung für fast alle Zellfunktionen. Aus der Sequenz des Erbmoleküls DNA lässt sich nicht entnehmen, wie der zelluläre Stoffwechsel, dieses Ehrfurcht erregende Wunderwerk aus Zigtausenden von Komponenten gesteuert wird.   

Die Gesamtheit aller Gene eines Lebewesens wird als Genom bezeichnet, die Gesamtheit aller genetisch festgelegten Proteine eines Organismus wird Proteom genannt. Die ursprüngliche Schätzung von bis zu 120.000 menschlichen Genen im Jahre 2001 wurde im Jahre 2006 auf ca. 25.000 korrigiert. Bei Proteinen gehen Schätzungen von mehreren Hunderttausend aus. Zurzeit, 2006, werden

aufwändige Protein-Forschungen angestellt. Daran lässt sich erkennen, dass es bei der Forschung wie in einem Riesenhaus mit vielen Räumen zugeht. Öffnet man einen Raum und erkundet ihn, dann kommt man schon an die Tür zum nächsten Raum. (Lit.: Erich Blechschmidt: Wie beginnt das menschliche Leben, Christiana-Verlag Stein am Rhein, 1976; Stuttgarter Zeitung vom 25.08.06, vom 1.09.06 und bezüglich der Proteine vom 8.10.2009;   im Internet: Proteomforschung in http://de.wikipedia.org/wiki/Proteomik ,

Gen in http://de.wikipedia.org/wiki/Gen, Chromosom in http://de.wikipedia.org/wiki/Chromosom)

 

Kolibakterien: Sie besitzen einen biologischen Antriebsmotor an der Zellwand, der sich 50000 Mal pro Minute dreht und die Größe von 1/35000 eines Millimeters hat (vgl. Scherer in ideaSpektrum vom 25.1.2006, S. 22).

 

 

- Zu den geisteswissenschaftlichen Hinweisen:

Unter allen Lebewesen ragt der Mensch mit seinen geistigen Fähigkeiten: Denken, Wollen, Glauben, Gefühlen und seiner Kommunikation hervor. Dazu gehören u. a. das Wissen, die Religion, das Nachdenken über Leben und Tod sowie über Gut und Böse.

 

 

- Zu den geschichtlichen Hinweisen:

  • Mose, der auf dem Berg in der Wüste Sinai die zehn Gebote erhielt
  • Voraussagen im Alten Testament über das Erscheinen von Jesus Christus
  • Zeugen für Zeichen und Wunder, z. B. für den auferstandenen Jesus Christus
  • Der Fortbestand des jüdischen Volkes (trotz verschiedener Verfolgungszeiten)
  • Die enorm gewachsene christliche Kirche (trotz verschiedener Verfolgungszeiten)
  • Die Vielzahl von archäologischen Funden, die Bibeltexte bestätigen.

 

 

- Zu den gesellschaftlichen Auswirkungen:

Das Praktizieren der christlichen Lehre hat positive Auswirkungen auf das Sozialverhalten, u. a.: mehr Friedfertigkeit, Zufriedenheit, Freundlichkeit, Toleranz, Rücksicht, Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, weniger Aggressionen, Zunahme gesunder Lebensweise, Heilungserfahrungen und Lebenshoffnung.

 

 

 

 

5. Schließen Schöpfung und wissenschaftliches Weltbild einander aus?

Wie schon eingangs erwähnt, kann man die Schöpfungsgeschichte als Bildergeschichte mit realem Hintergrund auffassen. Die dahinterstehenden Wirklichkeiten werden durch Bilder ausgedrückt.

 

Viele stoßen sich bei dem Schöpfungsbericht an der Zeitdauer von sechs Tagen. Doch ist zu bedenken, dass der Tag in der Bibel unterschiedliche Bedeutung hat: der 24-Stunden-Erdentag, der lichterfüllte Teil diese Tages, eine heilsgeschichtliche Zeit (z. B. der „Tag des Herrn“) und schließlich die gesamte Schöpfungszeit. Zwar liefern Psalm 90 Vers 4 („denn 1.000 Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist“) und 2. Petrus 3 Vers 8 keine Berechnungsgrundlage, aber diese Stellen zeigen die totale Andersartigkeit der göttlichen Zeitmaßstäbe.

(Vgl. Lutherbibel erklärt, Deutsche Bibelgesellschaft, herausgegeben von F. Grünzweig u. a., Textfassung 1974, S. 2)

 

Bei den Vorstellungen zur Entwicklung des Lebens fallen Ähnlichkeiten des biblischen Berichts zu den heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen auf. Man muss bedenken, dass die damaligen Schreiber nicht die Möglichkeiten der heutigen Naturwissenschaften hatten (Fossilienfunde, etc.).

Die zeitliche Reihenfolge in der Evolutionstheorie (aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Geologische_Zeitskala Stand: 4.2005): Einzeller, Seetiere, Pflanzen, Reptilien, Dinosaurier, Vögel, Säugetiere, Menschen hat Ähnlichkeiten zu der Reihenfolge in der Schöpfungslehre: Pflanzen, Wassertiere, Vögel, Landtiere, Menschen.

 

Die Frage, wie sich die Arten der Lebewesen entwickelt haben, wird in der Bibel nicht behandelt. Daher gibt es Raum für Vermutungen.

Falk kommt auf 3 Möglichkeiten (im Folgenden verwendete Lit.: Darrel R. Falk: Evolution für Evangelikale, Buchverlag Dr. Mark Marzinzik, 2012, S. 107 ff):

  1. Gott schuf jede Art nacheinander von Grund auf neu.
  2. Gott schuf Urtypen, aus denen durch natürliche Prozesse eine Vielzahl von verwandten Arten entstanden (z. B. aus dem Urhund Wölfe, Füchse, usw.).  Das wird auch als Mikroevolution bezeichnet.
  3. Gott setzte einen Prozess in Gang, durch den über gemeinsame Vorfahren in einem sehr langen Zeitraum eine Vielzahl von Arten entstanden ist (die sogenannte „theistische Evolution“).

Alle diese Möglichkeiten sind mit dem Bibeltext vereinbar. Keine dieser Möglichkeiten schließt das fortlaufende Eingreifen Gottes in seine Schöpfung aus.

 

Die Anhänger der Möglichkeit 1 wollen den Schöpfungsbericht der Bibel wörtlich nehmen und nicht als Bild. Sie unterstellen dann auch, dass die Welt in 6 Erdentagen vor 6000 Jahren geschaffen worden ist.

In den Naturwissenschaften fand man gewichtige Belege, die dieser Auffassung widersprechen.

 

Befassen wir uns mit der Altersbestimmung. Sie kann nach verschiedenen Methoden vorgenommen werden. Eine Methode ist die Altersbestimmung nach dem radioaktiven Zerfall. Es gibt Elemente, die zerfallen im Lauf der Zeit in andere Elemente unter Abgabe von radioaktiver Strahlung. Bei einem Geigerzähler reagieren Strahlungsquanten mit einem elektrischen Impuls und werden dadurch messbar. Gemessen wird die Zeit, bei der die Hälfte der Probe zerfallen ist (Halbwertzeit).  Diese Zeiten sind für verschiedene Isotope  der Elemente bekannt. Zerfallsraten sind resistent gegen physikalische und chemische Einflüsse. Bei Gesteinsproben kann man über den Gewichtsanteil der ursprünglichen Isotope und dem Zerfallsprodukt das Alter bestimmen (Falk s. o. S. 77 ff). 

Bei der Methode des Zählens der Jahresringe bei Bäumen kam man auf über 10.000 Jahre, bei Untersuchungen der Jahrestrennlinien in  Sedimentschichten von Seen kam man auf über 35.000 Jahre. Bei Tiefbohrungen in Gletschern der Antarktis und in Grönland fand man über das Zählen der Jahrestrennlinien zwischen Sommer und anderen Jahreszeiten im Bohrkern über 180.000 Jahre altes Material.

In der Astronomie lässt sich die Geschwindigkeit der Galaxie, die sich von uns wegbewegt, über die Verschiebung ihres Lichts zum roten Spektrum messen. Ihre Entfernung lässt sich aus der Lichtmenge bestimmen, die das Messgerät empfängt. Das Licht der am weitesten entfernten Galaxie ist über 12 Milliarden Lichtjahre entfernt. Das heißt, dass dieses Licht vor 12 Milliarden Jahren abgeschickt worden ist. Daraus folgt auch das Mindestalter des Universums. Da die Spektrallinien dieses alten Lichts unserem heutigen Licht entsprechen, kann es keine Veränderung der Naturgesetze und auch keine Veränderung der Lichtgeschwindigkeit gegeben haben.

 

Falk nennt erstaunliche Entdeckungen. Es wurden Belege für das Leben von Einzellern gefunden, die 3,5 bis 3,8 Milliarden Jahre alt sind. Dann aufgrund von Fossilfunden das erste Erscheinen von Seetieren vor ca. 0,5 Milliarden Jahren.

Die ersten Landtiere vor 0,4 Milliarden Jahren stammen von Seetieren ab. Aus den danach folgenden Reptilien bildeten sich Vögel und Säugetiere. Die Zahl der Übergangsformen ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Die Erschaffung neuer Arten aus dem Nichts sowie die Erschaffung neuer Urtypen aus dem Nichts sind damit nicht vereinbar.

Wenn in der biblischen Schöpfungslehre eine Reihenfolge der Arten an den verschiedenen Schöpfungstagen angegeben wird, dann ist das durchaus ein Hinweis darauf, dass die Schöpfung in einem Nacheinander erfolgte.

Es ist eine Entwicklung zu immer komplexeren Arten bis hin zum Menschen festzustellen. Darin liegt auch kein Widerspruch zum 2. Hauptsatz der Thermodynamik, der besagt, dass im Universum als ganzem die Unordnung zunimmt. Das gilt nicht für Teilgebiete des Universums, die Energiezufuhr erhalten, bei der Erde z. B. durch die Sonnenstrahlung.

 

Um vielen Missverständnissen vorzubeugen: der Mensch ist mehr als ein hochentwickeltes Säugetier. Es ist daran zu erinnern, dass der Mensch geistige Fähigkeiten hat. Auch in der Bibel kommt das bei der Erschaffung des Menschen zum Ausdruck. Gott formte ihn aus Erde und danach hauchte er ihm Lebensatem ein (zu finden in 1. Mose Kapitel 2, Vers 7). Der Mensch ist als einziges Geschöpf ein Gesprächspartner Gottes. Gott liebt seine Geschöpfe, er ist das Risiko eingegangen, dem Menschen die Freiheit zu lassen, sich für oder gegen ihn zu entscheiden. Der Mensch wird von Gott als Gegenüber, als Person, behandelt. Das gibt ihm auch Würde.

Der biblische Schöpfungsbericht schließt keinesfalls Thesen des heutigen Weltbildes aus.

 

Im Rahmen des heutigen Weltbildes ist das Zusammenspiel von Zufällen und Naturgesetzen nicht geklärt.

Diejenigen, die die Existenz und das Wirken des Gottes der Bibel ablehnen, haben einen schweren Stand, wenn sie alle Entwicklungen auf den Zufall zurückführen wollen. Wer glaubt, dass Materie und Energie vor langer Zeit aus dem Nichts zufällig entstanden sind, der muss mehr glauben, als derjenige, der an Gott als Schöpfer glaubt. 

Wer Gottes Wirken anerkennt, befindet sich in guter Gesellschaft z. B. mit führenden Naturwissenschaftlern wie Isaac Newton, Johannes Kepler, (selbst) Charles Darwin, Max Planck und Albert Einstein.

(Quelle: http://www.hjcaspar.de/hpxp/gldateien/glauwizit1.htm und

http://www.derweg.org/personen/forschung/kepler.html)

 

 

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Dazu: Fundstellen im A.T.: diverse

 

Dazu: Archäologische Nachweise:

 

1. Zur Gottesbezeichnung

In der hebräischen Bibel wird der Begriff „el“, „äloah“ oder „elohim“ für Gott verwendet. Die Einzahlform „el“ oder „äloah“  ist weit seltener als die Mehrzahlform „elohim“. Diese Mehrzahlform kann heißen: Gott, ein Gott, Götter, die Götter. Im Hinblick auf den Gott Israels wird „elohim“ eine Ausdrucksweise der Ehrerbietung sein.  Um einer Verwechslung mit anderen Göttern vorzubeugen, wird Gott zu Personen, denen er sich offenbart hat, oder zu seinem Volk in Beziehung gesetzt.

Z. B.: „der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“, „der Gott Jakobs“, oder der Gott Israels, usw.

Neben diesen Bezeichnungen hat der israelische Gott einen Eigennamen: „JHWH“.  Mit Vokalen versehen, lautet der Name „Jahwe“.

Das wird abgeleitet aus 2. Mose 3, Vers1. Darin steht: Jahwe hat mich zu euch gesandt. Das heißt übersetzt: „Ich bin, der ich bin“ hat mich zu euch gesandt.  Da sich die Juden fürchteten, das 3. Gebot (Missbrauch des Namens Gottes) zu brechen, ersetzten sie häufig diesen Namen durch „adonai“ (übersetzt: „Herr“).

(Lit.: Lexikon zur Bibel, Hrsg. Rienecker und Maier, SCM Brockhaus, Witten, 8.Auflage 2010, Spalte 1119 ; Das Alte Testament Deutsch, Band 5, Martin Noth: Das 2. Buch Mose, Göttingen,1984, S. 30.)

 

Der israelische Gott Jahwe wurde auch außerhalb Jerusalems und in verschiedenen Jahrhunderten, beginnend mit dem 9. Jahrhundert vor Chr., in archäologischen Funden erwähnt, ohne Hinzufügung anderer Götter.

 

 

Gottes-bezeichnung

erwähnt von

Zeit

Dokument

Fundort

Aufbewahrungsort

Entdeckungszeit

Jahwe

Mesa von Moab

ca. 850 v. Chr.

Mesa-Stele der Moabiter

Diban (beim

Toten Meer)

Paris (Louvre)

1868

Jahwe

 

700 – 600 v. Chr.

Silber-Amulette

Jerusalem

Israel-Museum

1979

Jahwe

Eliashib

ca. 600 v. Chr.

Tonscherben von Arad

Tell Arad

(bei Hebron)

 

1962 - 1984

Jahwe

ein  Offizier

ca. 587 v. Chr.

Tonscherben von Lachisch

Lachisch (bei Gaza und Hebron)

Israel-Museum und British Museum

1935

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Basalt-Stele des Königs Mesa von Moab

Moab lag östlich vom Toten Meer. Diese Stele ist nach der Mitte des 9. Jahrhunderts v. Chr. entstanden. Darin rühmt sich der Moabiterkönig Mesa über seine militärischen Erfolge. Er sagt, dass König Omri von Israel und auch dessen Sohn das Land Moab lange Zeit unterdrückt haben. Mesa kämpfte gegen den König von Israel und nahm die Stadt Nebo ein und verschleppte u. a. die Geräte Jahwes.

Die Stele befindet sich jetzt in Paris (Louvre).

 

          Im Internet: http://www.jewishencyclopedia.com/articles/10899-moabite-stone  oder

                    http://de.wikipedia.org/wiki/Mescha-Stele

 

 

   

  Auszug aus althebräischen u. a. Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Mesa-Stele mit der Inschrift des Königs Mesa von Moab:

 

„1) Ich bin Mesa, …, der König von Moab… 5) Omri war König von Israel. Er unterdrückte Moab lange Zeit…6)..Sein Sohn folgte ihm (auf dem Thron). Auch er dachte: Ich will Moab unterdrücken. 7) Ich aber konnte auf ihn und sein Haus herabsehen. Israel ist für immer wirklich zugrunde gegangen… 14) …Kamosch (moabitischer Gott) sprach zu mir: Geh, nimm Nebo von den Israeliten ein. Da 15) ging ich in der Nacht und bekämpfte es vom Anbruch der Morgenröte bis zum Mittag. Ich nahm 16) es ein und tötete sie alle, 7000 Mann, beisassen, Frauen, Beisas 17) sinnen und Sklavinnen; denn an Aschtar-Kamosch hatte ich sie geweiht. Und ich nahm von dort d(ie Ge-) 18) räte Jahwes und schleppte sie hin vor Kamosch…“

 

 

Quelle: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 646

 

1. Könige 16,29 Im achtunddreißigsten Jahr Asas, des Königs von Juda, wurde Ahab, der Sohn Omris, König über Israel und regierte über Israel zu Samaria zweiundzwanzig Jahre…

2. Könige 3,1 Joram, der Sohn Ahabs, wurde König über Israel zu Samaria im achtzehnten Jahr Joschafats, des Königs von Juda, und regierte zwölf Jahre. 3,2 Und er tat, was dem HERRN missfiel… 3,4 Mescha aber, der König der Moabiter, besaß viele Schafe und hatte dem König von Israel Wolle zu entrichten von hunderttausend Lämmern und von hunderttausend Widdern. 3,5 Als aber Ahab tot war, fiel der König der Moabiter ab vom König von Israel. 3,6 Und alsbald zog der König Joram aus von Samaria und bot ganz Israel auf 3,7 und sandte hin zu Joschafat, dem König von Juda, und ließ ihm sagen: Der König der Moabiter ist von mir abgefallen; komm mit mir, um gegen die Moabiter zu kämpfen! Er sprach: Ich will kommen; ich bin wie du, und mein Volk wie dein Volk, und meine Rosse wie deine Rosse… 3,26 Als aber der König der Moabiter sah, daß ihm der Kampf zu stark war, nahm er siebenhundert Mann mit sich, die das Schwert führten, um beim König von Edom durchzubrechen; aber sie konnten's nicht. 3,27 Da nahm er seinen erstgeborenen Sohn, der an seiner Statt König werden sollte, und opferte ihn zum Brandopfer auf der Mauer. Da kam ein großer Zorn über Israel, so daß sie von ihm abzogen und in ihr Land zurückkehrten.

 

 

 

 

  Silber-Amulette aus dem Hinnom-Tal

Der  jüdische Archäologe Gabriel Barkay fand 1979 in der Grabhöhle Ketef Hinnom bei Jerusalem zwei Silber-Rollen.

Er datierte sie 1992 auf das 7. Jahrhundert vor Christus. Einige Forscher schlossen sich ihm an, andere wollten sie in das 2. Jahrhundert vor Christus legen. Mit Hilfe neuer fotografischer Techniken (digitale Bildtechniken) starteten 1994 weiterführende Untersuchungen der beiden Silber-Rollen. Sie befanden sich ursprünglich in einer Grabhöhlenschicht aus vorexilischer Zeit (nachgewiesen durch Tonscherben u. a.), also aus dem 7. Jahrhundert vor Christus. Sowohl die Schriftzeichen als auch die Rechtschreibung bestätigen den vorexilischen Charakter.  Der Inhalt deutet auf die Nutzung als Amulette. Der Priestersegen stammt aus 4. Mose 6, 24  - 26.

Die Amulette enthalten damit nicht nur die Erwähnung des Glaubens an Jahwe sondern auch die bisher ältesten Bibel-Zitate.

Quelle: (Zeitschrift) Bulletin of the American Schools of Oriental Research, Nr. 335 von Mai 2004, S. 41 – 71.

Im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Silberrollen_von_Ketef_Hinnom

 

 

 

Text des Amuletts Ketef Hinnom I (übersetzt aus dem Englischen)

Text des Amuletts Ketef Hinnom II (übersetzt aus dem Englischen)

(Zeile 1) Jahwe

(Zeile 1) Für PN, (den Sohn/Tochter von)…

(Zeile 2)…

(Zeile 2) Möge er

(Zeile 3) der Gro(ße, der hält)

(Zeile 3) (sie) gesegnet sein von Jahwe,

(Zeile 4) den Bund und

(Zeile 4) dem Krieger/Helfer und

(Zeile 5) Gnade denen die (ihn) lieben

(Zeile 5) den zurechtweisenden des

(Zeile 6) denen die halten

(Zeile 6) (B)ösen: Möge Jahwe dich segnen,

(Zeile 7) (seine Gebote)

(Zeile 7) dich behüten.

(Zeile 8) der Ewige…

(Zeile 8) Möge Jahwe lassen

(Zeile 9)… Segen mehr als jede

(Zeile 9) sein Angesicht leuchten

(Zeile 10) Falle und mehr als das Böse.

(Zeile 10) über dir und

(Zeile 11) Denn Erlösung ist in ihm.

(Zeile 11) dir Fr(ie)den geben.

(Zeile 12) Denn Jahwe

 

(Zeile 13) ist unser Wiederhersteller (und)

 

(Zeile 14) Fels. Möge Jahwe segn(en)

 

(Zeile 15) dich und

 

(Zeile 16) (möge) er dich behüten

 

(Zeile 17) (Möge) Jahwe lassen

 

(Zeile 18) (sein Angesicht) leuchten

 

 

 

 

In Arad, 27 km südlich von Hebron, wurde das Archiv des Eliashib, Sohn von Eshyahu gefunden. Er war der Kommandeur einer israelischen Burg. Die Tonscherben stammen aus der Zeit etwa 600 vor Chr. Darauf stehen Aufträge zur Versorgung von Reisenden mit Wein und Brot. Auf einer Tonscherbe befindet sich auch die Erwähnung  Haus Jahwes“. 

Lit.: The Encyclopaedia Judaica, 1972, Jerusalem, Israel; Hallo III, S. 84 (ARAD 18)

In Tell ed Duweir, dessen Identifizierung mit dem biblischen Lachisch weitgehend anerkannt ist, wurden im von Babyloniern zerstörten Teil Tonscherben (Ostraka)  mit schwarzer Tinte in klassischem Hebräisch beschrieben gefunden. Lachisch liegt zwischen Gaza und Hebron. Die Briefe werden auf die Zeit kurz vor der Eroberung und Zerstörung durch die Babylonier, 587/586 v. Chr., datiert. Sie stammen von einem Militärbefehlshaber und geben Einblicke  in die politische und militärische Situation. Einige Tonscherben befinden sich in Jerusalem (Rockefeller-Museum), andere in London (British Museum).

Auf diesen Tonscherben steht oft: „Jahwe lasse meinen Herren hören“ oder „so wahr Jahwe lebt“. Lit.: TUAT I, 1982 ff, S. 620

Im Internet: http://www.britishmuseum.org/research/collection_online/collection_object_details.aspx?objectId=364096&partId=1

 

 

 

2. Über Personennamen

Der Orientalist M. Heide (LMU Universität München) schreibt: „Wenn man jedoch behauptet, der monotheistische Glaube an den einen Gott Jahwe habe sich erst aus einem Polytheismus heraus entwickelt, dann müsste es in der Frühzeit Israels jede Menge Namen geben, in denen der Gott Baal oder die Göttin Aschera vorkommt usw. Das gibt es aber gerade nicht; wir kennen aus der Archäologie aus Inschriften, Siegeln, Tonscherben usw. mehr als 1000 israelitische Personennamen aus der vorexilischen Zeit.“  Der größte Teil dieser Personennamen, in denen ein Gottesname vorkommt, sind mit dem Namen des aus dem Alten Testament bekannten Gottes Jahwe gebildet (Beispiele: Hiziqijahu, Asajahu, Zephanyah, Hananjahu, Joel, Elia, usw.).  Lit.: ideaSpektrum 1-2, 2003, S. 17.

 

3. Zu den Funden von Götterbildern

Die Funde von kanaanitischen und anderen Götterbildern und von Mischformen mit Jahwe belegen keinesfalls für Israel eine langsame Entwicklung aus dem Polytheismus heraus. In der Bibel wird die Anbetung anderer Götter zu verschiedenen Zeiten erwähnt, immer aber im Zusammenhang mit dem Abfall von dem einen Gott Jahwe.

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Abraham (um ca. 2200 vor Chr.)

 

Dazu: Fundstellen im A.T.: 1. Mose  Kapitel 11 – Kapitel 25

 

Gab es Abraham?

Über die Patriarchen im Alten Testament sind keine außerbiblischen Funde bekannt.

Aber es gibt archäologische Belege dafür, dass die biblischen Angaben nicht aus der Luft gegriffen sein können.

Ur, nach der Bibel die Heimat von Abraham, war von Bedeutung etwa in der Zeit von 2500 bis 2000 vor Chr.  Im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Ur_%28Stadt%29

Abraham wanderte mit seiner Familie von Ur nach Haran. Haran (oder: Harran) liegt in der südlichen Türkei nahe der Grenze zu Syrien. Der Ort war schon im 3. Jahrtausend besiedelt. In Texten von Ebla wird er als Haraan oder Haranu erwähnt und liegt nicht weit von dem damals bedeutenden Ebla (Blütezeit zwischen 2700 und 2200 vor Chr.). In Ebla, heute in Nord-Syrien Tell Mardich genannt, wurden Tontafeln gefunden. Diese Tafeln sind in sumerischer und in semitischen Sprachen geschrieben. In dieser Gegend kann Abraham die Sprache, die viel Gemeinsamkeit mit dem Hebräischen hat, gelernt haben (Lit.: Die Geschichte der Bibel, 1998, CLV, Bielefeld, S. 33). Im Internet:  http://de.wikipedia.org/wiki/Harran ; http://de.wikipedia.org/wiki/Ebla

Zum Bundesschluss Gottes mit Abraham  (1. Mose 17) gibt es Parallelen in altsumerischen Texten (3. Jahrtausend vor Chr.).

Der Kaufvertrag über die Höhle Machpela zwischen Abraham und dem Hethiter Efron (1. Mose 23, 9) richtet sich nach hethitischen Gesetzen, die in der 1200 vor Chr. zerstörten Hethiterhauptstadt Hattusas gefunden wurden (Lit.:  Lexikon zur Bibel , Herausgeber Rienecker und Maier, SCM-Verlag Witten, 8. Auflage 2010, Spalten 1096 ff).

 

 

Auszug aus der Luther-Bibel:

1. Mose 11,31 Da nahm Terach seinen Sohn Abram* und Lot, den Sohn seines Sohnes Haran, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und führte sie aus Ur in Chaldäa, um ins Land Kanaan zu ziehen. Und sie kamen nach Haran und wohnten dort. 11,32 Und Terach wurde zweihundertundfünf Jahre alt und starb in Haran.

 

12,1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. 12,2 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 12,3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. 12,4 Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog. 12,5 So nahm Abram Sarai, seine Frau, und Lot, seines Bruders Sohn, mit aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die Leute, die sie erworben hatten in Haran, und zogen aus, um ins Land Kanaan zu reisen. Und sie kamen in das Land, 12,6 und Abram durchzog das Land bis an die Stätte bei Sichem, bis zur Eiche More; es wohnten aber zu der Zeit die Kanaaniter im Lande. 12,7 Da erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben. Und er baute dort einen Altar dem HERRN, der ihm erschienen war.     * Abram wird später Abraham genannt.

 

 

 

 

 

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Israel in Ägypten, Auszug und Landnahme

(ungefähr zwischen 1900 und 1200 vor Chr.)

 

Dazu: Fundstellen im A.T.: 1. Mose  Kapitel 46; 2. Mose Kapitel 1, 2, 12 und 19;  1. Könige Kapitel 6

 

Dazu: Archäologische Hinweise:

 

Über den Aufenthalt der Israeliten in Ägypten, ihren Auszug aus Ägypten unter Mose und die Landnahme der Israeliten in Kanaan gibt es keine archäologischen Funde, lediglich Hinweise und Spekulationen.

 

In der Bibel lassen sich keine Pharaonennamen aus dieser Zeit finden und nur wenige Zeitangaben. Z. B. in 1. Könige 6, Vers 1: Salomos Tempelbau soll 480 Jahre nach dem Auszug Israels aus Ägypten stattgefunden haben. Der Auszug also 480 Jahre vor 967 vor Chr., nämlich 1445 vor Chr. Über die Aufenthaltsdauer in Ägypten steht in 2. Mose 12, 40: Die Aufenthaltsdauer betrug 430 Jahre, beginnt also etwa 1880 vor Chr.

 

Die Ägypter erwähnten nicht direkt den Aufenthalt von Israeliten, sondern sie schrieben über den Aufenthalt von Nomaden asiatischer Herkunft, u. a. auch aus Kanaan. In der Bibel wird gesagt, dass die Israeliten in Ägypten Sklavenarbeit verrichten mussten. Sie mussten Pitom und Ramses als Vorratsstädte bauen (Lit.: 2. Mose  1,11). Ramses war nur in der Zeit der Ramses-Dynastie von Bedeutung, also von 1290 – 1070 vor Chr. Doch könnten diese Gebäude unter anderer Ortsbezeichnung durchaus schon vorher errichtet worden sein. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts sind nämlich Reste von Gebäuden aus der Anfangszeit der XVIII. Dynastie (1500–1450) in Tell el-Daba in der Nähe von Qantir/Pi-Ramesse ausgegraben worden, die die Archäologen als Speicher-Einrichtungen klassifiziert haben  (Manfred Bietak: Avaris, The capital of the Hyksos. The British Museum, London 1996 (zit. in: J. K. Hoffmeier: Israel in Egypt, S. 122f, aus dem Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Auszug_aus_%C3%84gypten).

 

Wie bereits im Abschnitt Jerusalem ausgeführt, waren um 1350 vor Chr. Teile von Kanaan mit Jerusalem von Ägypten besetzt. Dabei hatten die Besatzer Schwierigkeiten mit den sogenannten Hapiru-Leuten.

 

Vor der Zeit der geteilten Königreiche Israel und Juda spricht man von einer stummen Archäologie in Palästina. In den Schichten der Grabungshügel wurden keine datierungsrelevanten Funde wie Inschriften eines Königs o. ä. gemacht. Stattdessen arbeitet man mit sogenannten keramischen Leitformen, das sind bestimmte kurzlebige Keramikstile, die in einer bestimmten Zeit verbreitet waren. Wird die Keramikform in Ägypten wiedergefunden, so kann sie in vielen Fällen der Zeit eines bestimmten Pharaos zugeordnet werden (Lit.: U. Zerbst, P. van der Veen: Keine Posaunen vor Jericho? Hänssler-Verlag Holzgerlingen, 2005, S. 52).

 

Um 1200 vor Chr. sind viele neue Siedlungen im Bergland Palästinas entstanden, deren Keramik folgt überwiegend der Tradition früherer Zeiten, nämlich der späten Bronzezeit (zwischen 1550 und 1200 vor Chr.)  (siehe U. Zerbst, P. van der Veen, S. 21, 26).

 

Der ägyptische König Mer-en-Ptah (Regierungszeit 1212 – 1202 vor Chr.), der Nachfolger von Ramses II., berichtet auf der sogenannten Israel-Stele über einen Sieg 1208 vor Chr. und erwähnt dabei auch Israel, und zwar mit der Bemerkung, Israel ist verwüstet und sein Saatgut bzw. seine Nachkommenschaft ist nicht mehr (Lit:: TUAT, Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 552,  U. Zerbst, P. van der Veen, S. 35). Im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Merenptah-Stele. Daraus folgt, dass Israel bereits vorher bestanden haben muss.

(Die Mumie von Mer-en-Ptah ist zu finden unter: http://members.tripod.com/anubis4_2000/mummypages2/19A.htm#Merenptah )

 

Nach Dever besaßen die kanaanäischen Städte am Ende der Mittleren Bronzezeit (1650 – 1550 vor Chr.) nahezu alle massive Verteidigungsanlagen. Beim Übergang zur späten Bronzezeit (ab 1550 vor Chr.) wurden viele in Schutt und Asche gelegt (U. Zerbst, P. van der Veen, S. 42). Das gilt auch für Jericho. Bei der durch Feuer zerstörten sog. „City IV“ wurde verkohlter Weizen gefunden, der durch die Radiocarbon-Methode auf rund 1550 vor Chr. bestimmt werden konnte. Im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/Jericho

 

Von Mose können wir feststellen, dass sein Name ägyptischen Ursprungs ist (Lit.:  Grundrisse zum Alten Testament, Band 4-2, Herbert Donner, Göttingen, S. 123). Die Reduktion der grundlegenden Rechtsvorschriften im Buch Mose auf 10 Gebote ist in der Menschheitsgeschichte einmalig.

 

Auszug aus der Luther-Bibel:

1. Könige

6,1  Im vierhundertundachtzigsten Jahr nach dem Auszug Israels aus Ägyptenland, im vierten Jahr der Herrschaft Salomos über Israel, im Monat Siw, das ist der zweite Monat, wurde das Haus dem HERRN gebaut.

 

2. Mose   

1,6 Als nun Josef gestorben war und alle seine Brüder und alle, die zu der Zeit gelebt hatten, 1,7 wuchsen die Nachkommen Israels und zeugten Kinder und mehrten sich und wurden überaus stark, so dass von ihnen das Land voll ward. 1,8 Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wusste nichts von Josef 1,9 und sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk Israel ist mehr und stärker als wir. 1,10 Wohlan, wir wollen sie mit List niederhalten, dass sie nicht noch mehr werden. Denn wenn ein Krieg ausbräche, könnten sie sich auch zu unsern Feinden schlagen und gegen uns kämpfen und aus dem Lande ausziehen. 1,11 Und man setzte Fronvögte über sie, die sie mit Zwangsarbeit bedrücken sollten. Und sie bauten dem Pharao die Städte Pitom und Ramses als Vorratsstädte. 1,12 Aber je mehr sie das Volk bedrückten, desto stärker mehrte es sich und breitete sich aus. Und es kam sie ein Grauen an vor Israel. 1,13 Da zwangen die Ägypter die Israeliten unbarmherzig zum Dienst 1,14 und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit in Ton und Ziegeln und mit mancherlei Frondienst auf dem Felde, mit all ihrer Arbeit, die sie ihnen auflegten ohne Erbarmen.

1,15 Und der König von Ägypten sprach zu den hebräischen Hebammen, von denen die eine Schifra hieß und die andere Pua: 1,16 Wenn ihr den hebräischen Frauen helft und bei der Geburt seht, dass es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist's aber eine Tochter, so laßt sie leben. 1,17 Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben. 1,18 Da rief der König von Ägypten die Hebammen und sprach zu ihnen: Warum tut ihr das, dass ihr die Kinder leben lasst? 1,19 Die Hebammen antworteten dem Pharao: Die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen, denn sie sind kräftige Frauen. Ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren. 1,20 Darum tat Gott den Hebammen Gutes. Und das Volk mehrte sich und wurde sehr stark. 1,21 Und weil die Hebammen Gott fürchteten, segnete er ihre Häuser. 1,22 Da gebot der Pharao seinem ganzen Volk und sprach: Alle Söhne, die geboren werden, werft in den Nil, aber alle Töchter lasst leben.

 

2,1 Und es ging hin ein Mann vom Hause Levi und nahm ein Mädchen aus dem Hause Levi zur Frau. 2,2 Und sie ward schwanger und gebar einen Sohn. Und als sie sah, dass es ein feines Kind war, verbarg sie ihn drei Monate. 2,3 Als sie ihn aber nicht länger verbergen konnte, machte sie ein Kästlein von Rohr und verklebte es mit Erdharz und Pech und legte das Kind hinein und setzte das Kästlein in das Schilf am Ufer des Nils. 2,4 Aber seine Schwester stand von ferne, um zu erfahren, wie es ihm ergehen würde.

2,5 Und die Tochter des Pharao ging hinab und wollte baden im Nil, und ihre Gespielinnen gingen am Ufer hin und her. Und als sie das Kästlein im Schilf sah, sandte sie ihre Magd hin und ließ es holen. 2,6 Und als sie es auftat, sah sie das Kind, und siehe, das Knäblein weinte. Da jammerte es sie, und sie sprach: Es ist eins von den hebräischen Kindlein. 2,7 Da sprach seine Schwester zu der Tochter des Pharao: Soll ich hingehen und eine der hebräischen Frauen rufen, die da stillt, dass sie dir das Kindlein stille? 2,8 Die Tochter des Pharao sprach zu ihr: Geh hin. Das Mädchen ging hin und rief die Mutter des Kindes. 2,9 Da sprach die Tochter des Pharao zu ihr: Nimm das Kindlein mit und stille es mir; ich will es dir lohnen. Die Frau nahm das Kind und stillte es. 2,10 Und als das Kind groß war, brachte sie es der Tochter des Pharao, und es ward ihr Sohn, und sie nannte ihn Mose; denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.

 

12,40 Die Zeit aber, die die Israeliten in Ägypten gewohnt haben, ist vierhundertunddreißig Jahre. 12,41 Als diese um waren, an eben diesem Tage zog das ganze Heer des HERRN aus Ägyptenland.

 

19,19 Und der Posaune Ton ward immer stärker. Und Mose redete, und Gott antwortete ihm laut. 19,20 Als nun der HERR herniedergekommen war auf den Berg Sinai, oben auf seinen Gipfel, berief er Mose hinauf auf den Gipfel des Berges, und Mose stieg hinauf. .. 20,1 Und Gott redete alle diese Worte: (Es folgen die zehn Gebote)

 

 

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Jerusalem

 

Jerusalem wurde bereits in altägyptischen Dokumenten erwähnt. Der ägyptische Stadtfürst Abdi-Hepa schrieb aus Jerusalem an den Pharao (ca. 1350 vor Chr.) von Schwierigkeiten mit den Hapiru-Leuten (Lit.: TUAT I, S. 515; Otto Schroeder: Vorderasiatische Schriftdenkmäler  der Königlichen Museen zu Berlin, Heft 11, 1915; J. A. Knudtzon: Die El-Amarna-Tafeln, 1. Teil, Leipzig, 1915, S. 872 ff ).   Jerusalem wurde durch König David erobert und zur Hauptstadt gemacht. Dafür gibt es allerdings keine außerbiblischen Nachweise. Später wurde z. B. die Belagerung Jerusalems durch Sanherib 701 vor Chr. auf einem Prisma angeführt.

 

Angaben

erwähnt von

Zeit

Dokument

Fundort

Aufbewahrungsort

Entdeckungs-zeit

Jerusalem

Abdi-Hepa

ca. 1350 v. Chr.

Tell el-Amarna-Briefe

EA 289 / VAT 1645

Tell el-Amarna

Berlin (Vorder-asiatisches Museum)

1887

Belagerung Jerusalems

Sanherib

701 vor Chr.

Prismen von Sanherib (Assyrien) 

Ninive

British Museum

 (Taylor-Prisma)

 

 

Auszug aus ägyptischen Dokumenten:

El-Amarna-Brief EA 289 von Abdi-Hepa aus Jerusalem an den Pharao

Zeile 1) Zum König, meinem Herrn (sprich)! 2) Folgendermaßen Abdi-Hepa, Dein Diener:…

11) Siehe, Milki-Lim und Tagi sind es, 12) die diese Taten vollbracht haben. 13) Nachdem er den Ort Rubuda an sich gerissen hat, 14) ist es jetzt Jerusalem („Urusalim“)…22) Labaja 24) wird auch das Land Schakmi  24) den Hapiru-Leuten ausliefern… 29) Sollten wir denn Jerusalem verlassen?

Quelle: TUAT I, S. 515

 

 

EA 289 im Internet

<http://cdli.ucla.edu/search/> anklicken, dort EA 289 in “Primary publication” eingeben

(um alle Briefe zu sehen, El-Amarna in “Provenience“ eingeben).

Um  die handschriftlichen Keilschrift-Zeichen zu finden, „view line-art“ anklicken.

 

 

 

Auszug aus der Luther-Bibel:

1. Chronik 11,1 Und ganz Israel sammelte sich bei David in Hebron und sprach: Siehe, wir sind dein Gebein und dein Fleisch. 11,2 Schon damals, als Saul König war, führtest du Israel aus und ein. Und der HERR, dein Gott, hat zu dir geredet: Du sollst mein Volk Israel weiden, und du sollst Fürst sein über mein Volk Israel. 11,3 Und alle Ältesten Israels kamen zum König nach Hebron. Und David schloss einen Bund mit ihnen in Hebron vor dem HERRN. Und sie salbten David zum König über Israel nach dem Wort des HERRN durch Samuel.

11,4 Und David und ganz Israel zogen hin nach Jerusalem, das ist Jebus; denn die Jebusiter wohnten dort im Lande. 11,5 Und die Bürger von Jebus sprachen zu David: Du wirst nicht hereinkommen. David aber eroberte die Burg Zion, das ist Davids Stadt. 11,6 Und David sprach: Wer die Jebusiter zuerst schlägt, der soll Hauptmann und Oberster sein. Da stieg Joab, der Sohn der Zeruja, zuerst hinauf und wurde Hauptmann. 11,7 David aber wohnte auf der Burg, daher nennt man sie «Stadt Davids». 11,8 Und er baute die Stadt ringsum, vom Millo an rundumher. Joab aber stellte die übrige Stadt wieder her. 11,9 Und David nahm immer mehr zu an Macht, und der HERR Zebaoth war mit ihm.

 

 

 

 

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Könige David und Salomo (ca. 1004 – 930 vor Chr.)

 

Dazu: Fundstellen im A.T.:         1. Samuel  Kapitel 16 und  2. Samuel

                                                                1. Könige Kapitel 1 - 11

                                                                1. Chronik Kapitel 1 -  2. Chronik Kapitel 9

                                                                Psalmen, Sprüche, Prediger, Hohelied

 

Dazu: Archäologische Nachweise:

 

Wenn man nur nach den Ausgrabungsergebnissen gehen wollte, hätte man vor 1993 an der Existenz des Königs David zweifeln müssen. Seitdem die Tell Dan-Stele (in Grenznähe zum Libanon) gefunden wurde, weiß man von einem Haus Davids. Die Inschrift  wird anhand von Schriftvergleichen auf die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts (800 – 850) vor Chr. datiert. Sie befindet sich im Israel-Museum in Jerusalem.

 

 

Tell-Dan-Stele

Der  Text stammt offenkundig von Hasael, dem aramäischen König von Damaskus, der Hadadesers Nachfolger war. Nach Hadadesers Tod fiel der König Israels Joram in das aramäische Gebiet ein und wird von Hasael besiegt. Hasael behauptet, dass er dabei Joram und den jüdischen König Ahasjahu ermordet hat, während nach der Bibel das Jehu getan hat. Es ist zu vermuten, dass Jehu in dieser Zeit zu Hasael übergelaufen war und die Morde in dessen Auftrag durchführte (Lit.: TUAT Ergänzungsband, 2001, S. 176).

Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Tel-Dan-Inschrift

 

Internet:

https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/inschrift-von-tel-dan/ch/666519cb6cfb2f4624cf077064658bf5/

 

 

Auszug aus althebräischen u. a. Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Tell-Dan-Stele mit der Inschrift von Hasael, dem aramäischen König von Damaskus:

 

„ …3) Und mein Vater legte sich nieder (und) ging zu seinen Vätern. Da drang der König von Is 4) rael in QDM (Ostland) ein, das im Lande meines Vaters liegt. (Aber) Hadad machte (mich) zum König, ja 5) mich. Und Hadad zog vor mir her (und) ich brach na(ch) siebe(n Tage) 6) n meines Herrschens auf. Ich tötete (sieb)zig Kö(nige) (und) führte 2(000 Streitwa) 7) gen und 2000 Pferde fort (dann tötete ich Jo) ram, den Sohn (Ahabs), 8) den König von Israel. Und ich töte (te Ahas)-jahu, den Sohn (Jorams, den (Kön) 9) ig vom Haus Davids.

 

 

Quelle: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Ergänzungsband,  Gütersloh, 2001, S. 176

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Könige 8,7 Und Elisa kam nach Damaskus. Da lag Ben-Hadad, der König von Aram, krank, und man sagte ihm: Der Mann Gottes ist hierher gekommen. 8,8 Da sprach der König zu Hasaël: Nimm Geschenke mit dir und geh dem Mann Gottes entgegen und befrage den HERRN durch ihn, ob ich von dieser Krankheit genesen könne. 8,9 Hasaël ging ihm entgegen und nahm Geschenke mit sich und allerlei kostbare Dinge von Damaskus, eine Last für vierzig Kamele. Und als er hinkam, trat er vor Elisa und sprach: Dein Sohn Ben-Hadad, der König von Aram, hat mich zu dir gesandt und läßt dir sagen: Kann ich von dieser Krankheit genesen? 8,10 Elisa sprach zu ihm: Geh hin und sage ihm: Du wirst genesen! - Aber der HERR hat mir gezeigt, daß er des Todes sterben wird. 8,11 Und der Mann Gottes schaute starr und lange vor sich hin und weinte. 8,12 Da sprach Hasaël: Warum weint mein Herr? Er sprach: Ich weiß, was du den Israeliten antun wirst: du wirst ihre festen Städte mit Feuer verbrennen und ihre junge Mannschaft mit dem Schwert erschlagen und ihre jungen Kinder töten und ihre schwangern Frauen aufschlitzen. 8,13 Hasaël sprach: Was ist dein Knecht, der Hund, daß er so große Dinge tun sollte? Elisa sprach: Der HERR hat mir gezeigt, daß du König über Aram sein wirst. 8,14 Und er ging weg von Elisa und kam zu seinem Herrn. Der sprach zu ihm: Was sagte dir Elisa? Er sprach: Er sagte mir: Du wirst genesen. 8,15 Am andern Tage aber nahm er die Decke und tauchte sie in Wasser und breitete sie über des Königs Angesicht. Da starb er, und Hasaël wurde König an seiner Statt…8,28 Und er (Ahasja, der Sohn Jorams) zog mit Joram, dem Sohn Ahabs, in den Kampf um Ramot in Gilead gegen Hasaël, den König von Aram; aber die Aramäer verwundeten Joram. 8,29 Da kehrte der König Joram zurück, um sich in Jesreel von den Wunden heilen zu lassen, die ihm die Aramäer bei Rama geschlagen hatten, als er mit Hasaël, dem König von Aram, kämpfte. Und Ahasja, der Sohn Jorams, der König von Juda, kam hinab, um in Jesreel Joram, den Sohn Ahabs, zu besuchen; denn er lag krank… 9,14 So machte Jehu, der Sohn Joschafats, des Sohnes Nimschis, gegen Joram eine Verschwörung.

Joram aber hatte mit ganz Israel vor Ramot in Gilead gelegen wider Hasaël, den König von Aram. 9,15 Und der König Joram war zurückgekommen, um sich in Jesreel heilen zu lassen von den Wunden, die ihm die Aramäer geschlagen hatten, als er mit Hasaël kämpfte, dem König von Aram…9,21 Und sie zogen aus, Joram, der König von Israel, und Ahasja, der König von Juda, jeder auf seinem Wagen, um Jehu entgegenzufahren; und sie trafen ihn auf dem Acker Nabots, des Jesreeliters. 9,22 Und als Joram Jehu sah, sprach er: Jehu, ist's Friede? Er aber sprach: Was, Friede? Deiner Mutter Isebel Abgötterei und ihre viele Zauberei haben noch kein Ende! 9,23 Da wandte Joram um und floh und sprach zu Ahasja: Verräterei, Ahasja! 9,24 Aber Jehu faßte den Bogen und schoß Joram zwischen die Arme, daß der Pfeil durch sein Herz fuhr und Joram in seinem Wagen zusammenbrach…

9,27 Als das Ahasja, der König von Juda, sah, floh er auf Bet-Gan zu. Jehu aber jagte ihm nach und ließ auch ihn töten auf dem Wagen, und sie schossen auf ihn auf der Höhe von Gur, die bei Jibleam liegt. Und er floh nach Megiddo und starb dort.

 

 

Vor der Eroberung durch König David war Jerusalem eine Jebusiterfestung. Auf dem Hang zum Kidrontal wurden Mauern und massive Bauten aus dieser Zeit entdeckt. Man hatte damals die abfallende Böschung durch stufenartige Konstruktionen abgestützt (siehe Abbildung). Dadurch wurden Fundamente für Bauten geschaffen. Die treppenförmig abgestufte Böschung muss aufgrund von Keramikfunden in das 10. Jahrhundert datiert werden  ((Lit.: Gerhard Kroll: Auf den Spuren Jesu, Benno-Verlag Leipzig, 10. Auflage 1988, S. 104, 110;  Alexander Schick: Irrt die Bibel?  Auf der Suche nach König David und Salomo – Mythos oder Wahrheit., Jota, 08269 Hammerbrücke, 2004, S. 16 ff). Da David Jerusalem einnahm, wurde die Stadt anfangs Davidstadt genannt (Lit.: 2. Samuel 5, Verse 6 – 8), später blieb man bei der alten Bezeichnung Jerusalem. David machte Jerusalem zur Hauptstadt Israels.

 

Vom Tempelbau in Jerusalem aus der Zeit Salomons gibt es keine archäologischen Funde. Er wurde von den Babyloniern 586 vor Chr. zerstört. Der Nachfolgebau wurde von Herodes (37 bis 4 vor Chr.) überbaut. Dieser Herodes-Tempel wurde dann von den Römern zerstört.

Für Salomons Bauten sind archäologische Nachweise gefunden worden. Nach einem Bericht in Spectrum der Wissenschaft http://www.epoc.de/artikel/1023435&_z=798890 wurde in Jerusalem ein Stück von König Salomos Stadtmauer entdeckt.

Eine Ausgrabung in Meggido von Orientalisten der Universität Chikago zwischen 1925 und 1939 brachte Mauern und ein eigenartiges Tor mit sechs Kammern zum Vorschein. Diese Bauten wurden auf das 10. Jahrhundert vor Christus datiert. Der israelische Professor Yadin, der sich an der Bibel orientierte, fand nach weiteren Ausgrabungen ab 1955 in Hazor und Gezer gleichartige Tore wie in Meggido.

Dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Megiddo ; http://de.wikipedia.org/wiki/Hazor ; http://de.wikipedia.org/wiki/Gezer

 

Auszug aus der Luther-Bibel

 

1. Könige 9,15: Und so verhielt sich's mit den Fronleuten, die der König Salomo aushob, um zu bauen des HERRN Haus und sein Haus und den Millo und die Mauer Jerusalems und Hazor und Megiddo und Geser

 

Bemerkung: Der Millo ist gem. 2. Samuel 5,9 und 1. Chronik 11,8 eine Befestigungsanlage am Nordende von Jerusalem. Des HERRN Haus ist der Tempel.

 

Die Tore in diesen Orten hatten gleiche Ausmaße und Formen, die Mauern waren gleichartig.

Auffallend war, dass die dort gefundene Keramik des 10. Jahrhunderts teilweise mit der Keramik des 9. Jahrhunderts übereinstimmte. Daher gab es israelische Forscher, wie Finkelstein, die die Bauwerke alle dem 9. Jahrhundert zuordnen wollten, also den Nachfolgern von Salomon.

Bei Grabungen im Tel Rehov entdeckte  ein Team von Prof. Mazar sowohl in der Schicht des 10. Jahrhunderts als auch in der Schicht des 9. Jahrhunderts dieselbe Keramik. Da in der einen Schicht auch Olivenkerne und Getreide gefunden wurden, die mit Hilfe des Radiocarbontests auf das 10. Jahrhunderts datiert werden konnten, war der Beweis erbracht, dass die Keramik im 10. und im 9. Jahrhundert übereinstimmte. Aufgrund der Zuordnung der Ausgrabungsschichten und der gefundenen Keramik  wurden die genannten Bauten auf das  10. Jahrhundert vor Christus datiert, d. h. auf die Zeit, in der Salomon regierte.

In der Presse wurde lediglich die Auffassung von Finkelstein mit reißerischen Überschriften veröffentlicht

(Quelle: Alexander Schick: Irrt die Bibel? s. o., S. 60 ff).

 

 

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Könige nach der Reichsspaltung (Israel und Juda)

 

Landkarte von Israel und Juda

Quelle Internet: http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/History/kingdoms.html  

 

             Landkarte altes Israel auch: http://www.bible-history.com/geography/maps/map_palestine_territory.html

http://www.bible-history.com/geography/maps/map_ancient_near_east.html

http://www.bible-history.com/geography/maps/map_palestine_judea.html

 

          Landkarte mit den 12 Stämmen Israels im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Zw%C3%B6lf_St%C3%A4mme_Israels#Siedlungsgebiete

jecho    

 

 

In den Keilschriftarchiven wurden viele  israelitische Könige namentlich erwähnt

 (und zwar chronologisch korrekt, d.h. sie erscheinen dann in den mesopotamischen Archiven, wann wir sie auch erwarten würden. Der israelische König Ahab wird nicht etwa erst bei Nebukadnezar erwähnt, sondern bereits zu Zeiten Salmanassar III., der eben gerade zur Zeit des biblischen Königs Ahab lebte, usw.):

Man könnte fragen, warum nicht alle Königsnamen in den Archiven anderer Völker auftauchen. Die Antwort ist schlicht und ergreifend: die anderen Völker waren nicht interessiert an der Niederschrift der Geschichte des Volkes Israel. Israel war für sie nur interessant im Zusammenhang mit siegreichen Kriegen oder Tributzahlungen.

 

 

 

 

 

 


Erwähnung von israelitischen/jüdischen  Königen in assyrischen Dokumenten:

 

König 

erwähnt von

Dokument

Fundort

Aufbewahrungsort

Entdeckungszeit

Literatur

Omri (Israel)

881 – 871 v. Chr.

Sargon II

 

 

 

 

1

(Siehe auch: Jehu)

Ahab (Israel) 

871 – 852 v. Chr.

Salmanassar III. (Assyrien) 

859 – 824 v. Chr.

Kurch-Monolith

Salmanassar III. (Assyrien) 

Kurch (Kurkh)

bei Diarbekr (Diyarbakir)

British Museum

 

1861

2.

Jehu (Israel) 

845 – 818 v. Chr.

Salmanassar III. (Assyrien) 

859 – 824 v. Chr.

Schwarzer Obelisk und Annalenfragment Salmanassar III. 

Nimrud

British Museum

(Kopie in Berlin)

1846

3.

Joas (Israel) 

802 – 787 v. Chr.

Adad-Nirari III (Assyrien) 

811 – 783 v. Chr.

Tell-al-Rimah-Stele Adad-Narari III (Assyrien) 

Tell al Rimah

Tell al Rimah

1967

4.

Menachem (Israel)

747 – 738 v. Chr. 

Tiglath-Pileser III (Assyrien) 

745 – 727 v. Chr.

Annalen und Iran-Stele Tiglatpileser III (Assyrien) 

Nimrud und Iran

Nimrud und Israel-Museum

 

5.

Pekach (Israel) 

735 – 732 v. Chr.

Tiglath-Pileser III

(Assyrien)

745 – 727 v. Chr.

Kleinere Inschrift Tiglatpileser III 

Nimrud (Calah)

Nimrud (Calah)

1853/1854

6.

 

 

König 

erwähnt von

Dokument

Fundort

Aufbewahrungsort

Entdeckungszeit

Literatur

Hosea (Israel)

731 – 723 v. Chr. 

Siehe: Pekach

 

 

 

 

 

Ahas (Juda) 

744 – 729 v. Chr.

Tiglath-Pileser III

(Assyrien)

745 – 727 v. Chr.

Tontafelinschrift Tiglatpileser III

Nimrud

British Museum

 

 

7.

Hiskia (Juda)

728 – 700 v. Chr. 

Sanherib (Assyrien) 

705 – 681 v. Chr.

Prismen von Sanherib (Assyrien) 

Ninive

British Museum

 (Taylor-Prisma)

1830

8.

Manasse (Juda)

696 – 642 v. Chr. 

Esarhaddon, Assurbanipal (Assyrien) 

681 – 669 v. Chr.

Prisma Ninive A Asarhaddon, Assurbanipal (Assyrien) 

Ninive

 

1927

9.

 


Literatur-Schlüssel:

1.     TUAT I (Texte aus der Umwelt des Alten Testaments Band I , 1982/83/84/85), S.386

2.     TUAT I , S. 361, Gütersloh; Hallo II , (The Context of Scripture, Volume II, Editor William W. Hallo, Leiden Boston Köln, 2000) S. 263;  E. Schrader: Keilinschriftliche Bibliothek Band I, S. 150 ff (172 ff) (Landesbibliothek Württemberg, Altert. oct. 185-1/2); H.C.Rawlinson: The cuneiform inscriptions of Western Asia, London,1870, Tafeln 7-8

3.     TUAT I, S. 362 und 366; Hallo II, S. 270;  E. Michel: Die Welt des Orients (Zeitschrift), Band 2/ Heft II, 1955, S. 140 und 141, (Landesbibliothek Württemberg)

4.     TUAT I, S. 368; Hallo II, S. 276;  (Page in : Iraq (Zeitschrift) Vol. 30, 1968, S. 148  (* UB Tübingen:  Da 785.4) 

5.     TUAT I, S. 378 und S. 370;  Hallo II, S. 284 und 287;  L.D.Levine: Two Neo-Assyrian stelae from Iran, Toronto,1972, S. 18 und 19;  Paul Rost: Die Keilschrifttexte Tiglat-Pilesers III, Band II, Leipzig, 1893, Tafel 15  (*UB Heidelberg) und   H. Tadmor: The Inscriptions of Tiglath-pileser III King of Assyria, 1994, Jerusalem (UB Tübingen 38 B 1362)

6.     TUAT I, S. 373, 374;  Hallo II, S. 288;   Paul Rost: Die Keilschrifttexte Tiglat-Pilesers III, Band II, Leipzig, 1893, Tafel 25   (*UB Heidelberg);     H.Tadmor: The Inscriptions of Tiglath-pileser III King of Assyria, 1994, Jerusalem (UB Tübingen 38 B 1362), S. 136, 140, 141

7.     TUAT I, S. 375;  Hallo II, S. 289;     Paul Rost: Die Keilschrifttexte Tiglat-Pilesers III, Band II, Leipzig, 1893, Tafel 37  (*UB Heidelberg); H. Tadmor: The Inscriptions of Tiglath-pileser III King of Assyria, 1994, Jerusalem (UB Tübingen 38 B 1362), S. 168 ff  

8.     TUAT I, S. 389, 390, Hallo II, S. 303; Borger: Babylonisch-assyrische Lesestücke, Heft II  Texte in Umschrift, S. 68 und Heft III  Texte in Keilschrift  Tafel 46, Rom 1963 (*15 a/546) und Daniel. D. Luckenbill: The annals of Sennacherib, Chicago, 1924,   S. 32, 33 und S. 172,173 (*UB Heidelberg C 4607-52 FOL)  und 2. Könige 18 – 19

9.     TUAT I, S. 397;  Riekele Borger: Die Inschriften Asarhaddons, Graz, 1956, S. 60 (* UB Freiburg Sigel 25);   Reginald Campbell Thompson: The prisms of Esarhaddon and Ashurbanipal found at Niniveh, 1927, London, 1931, S. 25 

 

 

Kurch-Monolith 

 

Auszug aus assyrischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

1. Aus der Inschrift von Salmanassar III auf dem Kurch-Monolith:

„90) Qarqara, seine Residenz, zerstörte, verwüstete und verbrannte ich mit Feuer. 1200 Streitwagen, 1200 Reitpferde und 20.000 Mann der Hadadeser  91) vom „Eselstreiberland“, …, 2.000  Streitwagen und 10.000 Mann des Ahab 92) von Israel, usw.  … 95)…Um Kampf und Schlacht zu liefern, zogen sie mir entgegen… 97)… Von Qarqara bis Gilza’u brachte ich ihnen eine Niederlage bei.“

 

Quelle: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 361

Ahab war Zeitgenosse Salmanassar III. Das Ereignis wird in der Bibel nicht erwähnt.

Zu Ahab von Israel steht in 1. Könige: 16,29 Im achtunddreißigsten Jahr Asas, des Königs von Juda, wurde Ahab, der Sohn Omris, König über Israel und regierte über Israel zu Samaria zweiundzwanzig Jahre 16,30 und tat, was dem HERRN mißfiel, mehr als alle…

 

 

Im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/Kurkh_Monolith

 

 

 


Schwarzer Obelisk Salmanassar III.       

Aus dem Internet:

http://www.britishmuseum.org/research/collection_online/collection_object_details.aspx?objectId=367012&partId=1 

 

 

                                                                                                                                

    Bildauszug Jehu siehe Internet:

           http://www.uni-essen.de/Ev-Theologie/courses/course-stuff/im-jehu.htm

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Jehu

 

 

Auszug aus assyrischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Auszug der beigefügten Schrift von Salmanassar III auf dem Schwarzen Obelisken:

„Abgabe nahm ich in Empfang von Jehu, dem Sohne Omris: Silber, Gold, eine Schale aus Gold, ein Gefäß aus Gold, Becher aus Gold, Eimer aus Gold, Zinn, ein Zepter für die Hand des Königs und Jagdspieße.“

 

Quelle: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 363

 

Jehu war Zeitgenosse Salmanassar III. Das Ereignis wird in der Bibel nicht erwähnt.

Zu Jehu steht in 2. Könige: 9,1 Aber der Prophet Elisa rief einen der Prophetenjünger und sprach zu ihm: Gürte deine Lenden und nimm diesen Krug mit Öl mit dir und geh hin nach Ramot in Gilead. 9,2 Und wenn du dahin kommst, wirst du dort Jehu sehen, den Sohn Joschafats, des Sohnes Nimschis… und sprich: So sagt der HERR:  Ich habe dich zum König über Israel gesalbt!

 

 

Bemerkung: Jehu hat nach der Bibel (2. Könige 8. 7 ff) die Ahab-Dynastie, die ja von Omri abstammt, ausgerottet.  Es gibt die Vermutung, dass sich die Assyrer geirrt haben oder dass Jehu von einer anderen Frau Omris abstammt.


             Tell-al-Rimah-Stele Adad-Narari III (aus: S. Dalley (Page): Iraq 30, 1968, S. 139 ff  ) mit Auszugsvergrößerung

                                                                           

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                  

                                                                                                                                                                                                                                                                   

                                                                                                                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                                                                                                                                                                   

                                                                                                                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                                                                                                                                                                   

                                                                                                                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                                                                                                                                                                   

                                                                                                                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                                                                                                                                                                                     

 


Auszug aus assyrischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Auszug aus der Tell-al-Rimah-stele Adad-nararis III:

„8) Abgabe von Joas, dem Samaritaner, …empfing er.“

 

Quelle: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 368

 

Joas war Zeitgenosse Adad-nararis III. Das Ereignis wird in der Bibel nicht erwähnt.

Zu Joas steht in 2. Könige: 13,10 Im siebenunddreißigsten Jahr des Joasch, des Königs von Juda, wurde Joasch, der Sohn des Joahas, König über Israel und regierte zu Samaria sechzehn Jahre. 13,11 Und er tat, was dem HERRN mißfiel, …

 

 

 


 

Iran-Stele Tiglatpileser III (aus: H. Tadmor: The Inscriptions of Tiglath-pileser III King of Assyria, 1994, Jerusalem)

 

 

                                                                                                                                                                                              

                          Rekonstruktion                              Teil  III A  (siehe Beispiel im Anhang)

 

 

 

 

 

 

 


 

noch: Iran-Stele Tiglatpileser III

 


Auszug aus assyrischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Auszug aus der Iran-Stele von Tiglatpileser III – Teil IIIA:

„5) Menahem von Samaria, …  legte ich  20) Tribut und Abgabe, …auf.

 

 

Quelle: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 378

 

2. Könige: 15,17 Im neununddreißigsten Jahr Asarjas, des Königs von Juda, wurde Menahem, der Sohn Gadis, König über Israel und regierte zehn Jahre zu Samaria. 15,18 Und er tat, was dem HERRN mißfiel. Er ließ sein Leben lang nicht ab von den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte. 15,19 Und es kam Pul, der König von Assyrien*, ins Land. Und Menahem gab Pul tausend Zentner Silber,  damit er's mit ihm hielte und sein Königtum befestigte. 15,20 Und Menahem legte eine  Steuer auf die Reichsten in Israel, fünfzig Silberstücke auf jeden Mann, um es dem König von Assyrien zu geben. So zog der König von Assyrien wieder heim und blieb nicht im Lande.

 

* Pul ist der babylonische Name für Tiglatpileser III.

 

 

 

 

 

 


Kleinere Inschrift Nr. 1 Tiglatpilesers III

 


Auszug aus assyrischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Auszug aus der kleineren Inschrift Nr. 1 Tiglatpilesers III:

„17) Pekah, ihren König, töteten sie. Den Hosea 18) setzte ich ein. 10 Talente Gold und 1.000 Talente Silber empfing ich von ihnen als ihre jährliche (Abgabe)“

 

Quelle: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 374

 

2. Könige: 15,30 Und  Hoschea, der Sohn Elas, machte eine  Verschwörung gegen Pekach, den Sohn Remaljas, und schlug ihn tot und wurde König an seiner Statt im zwanzigsten Jahr Jotams, des Sohnes Usijas

 

17,1  Im zwölften Jahr des Ahas, des Königs von Juda, wurde  Hoschea, der Sohn Elas, König über Israel und regierte zu Samaria neun Jahre. 17,2 Und er tat, was dem HERRN mißfiel, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm waren.

 

 

 

Auszug aus babylonischen Chroniken:

Chronik I

„27) Am 25. Tebet (727 v. Chr.) bestieg Salmanassar in Assyrien 28) (und

Akkad) den Thron. Er zerstörte Samaria.“

 

Quelle: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 401

17,3 Gegen ihn zog herauf Salmanassar, der König von Assyrien. Und Hoschea wurde ihm untertan und brachte ihm Abgaben. 17,4 Als aber der König von Assyrien innewurde, daß Hoschea eine Verschwörung gemacht und Boten gesandt hatte zu So, dem König von Ägypten, und  keine Abgaben dem König von Assyrien brachte wie alle Jahre, nahm er ihn fest und legte ihn ins Gefängnis. 17,5 Und der König von Assyrien zog durch das ganze Land und gegen Samaria und belagerte es drei Jahre lang.  17,6 Und im neunten Jahr Hoscheas eroberte der König von Assyrien Samaria und führte Israel weg nach Assyrien und ließ sie wohnen in Halach und am Habor, dem Fluß von Gosan, und in den Städten der Meder.

 

 


 

                                                                                                                                                                                                                                                  

Tontafelinschrift Tiglatpileser III (aus: H. Tadmor: The Inscriptions of Tiglath-pileser III King of Assyria, 1994, Jerusalem)

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                               

                                                                                                                                                                                                                                                                                                 


 

 

- zur Tontafelinschrift Tiglatpileser III

 


Auszug aus assyrischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Auszug aus der Tontafelinschrift Tiglatpilesers III

„7) Als Abgabe von…11) Jauchazi (Joahas/Ahas) von Juda, … 12)…Gold, Silber, usw.“

 

 

 

Quelle: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 375

 

Im 2. Könige steht: 16,1  Im siebzehnten Jahr Pekachs, des Sohnes Remaljas, wurde Ahas König, der Sohn Jotams, des Königs von Juda. 16,2 Zwanzig Jahre war Ahas alt, als er König wurde; und er regierte sechzehn Jahre zu Jerusalem. Und er tat nicht, was dem HERRN, seinem Gott, wohlgefiel, wie sein Vater David.   16,5 Damals zogen  Rezin, der König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Israel, hinauf, um gegen Jerusalem zu kämpfen, und belagerten Ahas in der Stadt; aber sie konnten sie nicht erobern. 16,6 Zu dieser Zeit brachte Rezin, der König von Aram,  Elat wieder an Edom und vertrieb die Judäer aus Elat. Danach kamen die Edomiter und wohnten darin bis auf diesen Tag. 16,7 Aber Ahas sandte Boten zu Tiglat- Pileser, dem König von Assyrien, und ließ ihm sagen: Ich bin dein Knecht und dein Sohn. Komm herauf und hilf mir aus der Hand des Königs von Aram und des Königs von Israel, die sich gegen mich aufgemacht haben! 16,8 Und Ahas  nahm das Silber und Gold, das sich in dem Hause des HERRN und in den Schätzen des Königshauses fand, und sandte dem König von Assyrien Geschenke

 

 


Prismen von Sanherib (Assyrien)  - (Taylor-Prisma) 

                           

Internet:

http://www.britishmuseum.org/research/collection_online/collection_object_details.aspx?objectId=295077&partId=1

 

 

 

 


Auszug aus assyrischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Auszug aus den Prismen von Sanherib (Spalte III)

„18) Hiskia von Juda jedoch, 19) der sich nicht unter mein Joch gebeugt hatte – 46 mächtige  20) ummauerte Städte sowie die zahllosen kleinen Städte ihrer Umgebung 23) belagerte und eroberte ich…27) Ihn selbst 29) schloss ich 27) gleich einem Käfigvogel 28) in Jerusalem, seiner Residenz, ein. 37) ..Jenen Hiskia 38) warf die Furcht vor dem Schreckensglanz nieder. 39) Die Urbi und seine Elitetruppen… 41) ließ er  zusammen mit 30 Talenten Gold, 42) 800 Talenten Sillber …47)…nach Ninive…48) hinter mir her bringen.“

(im Jahr 701 v. Chr.)

 

 

 

Auszug aus babylonischen Chroniken

681 vor Chr. (Tod Sanheribs)

III  …34) am 20. Tebet tötete Sanherib, den König von Assyrien, sein (eigener) Sohn bei einem Aufruhr…38) Am 8. (?) Adar bestieg Asarhaddon, sein Sohn, in Assyrien den Thron.

 

 

Quelle: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 389 und 402

 

 

 2. Könige:  (vgl. 2. Chr 32,1-19; Jes 36) 18,13 Im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia zog herauf Sanherib, der König von Assyrien, gegen alle festen Städte Judas und nahm sie ein. 18,14 Da sandte Hiskia, der König von Juda, zum König von Assyrien nach Lachisch und ließ ihm sagen: Ich hab Unrecht getan, zieh weg von mir. Was du mir auferlegst, will ich tragen. Da legte der König von Assyrien Hiskia, dem König von Juda, dreihundert Zentner Silber auf und dreißig Zentner Gold. 18,15 So gab Hiskia all das Silber, das sich im Hause des HERRN und in den Schätzen des Hauses des Königs fand.  18,16 Zur selben Zeit zerbrach Hiskia, der König von Juda, die Türen am Tempel des HERRN und das Goldblech, das er selbst hatte darüberziehen lassen, und gab es dem König von Assyrien… (in den weiteren Versen wird gezeigt, wie es die Abgesandten des Königs von Assyrien mit psychologischer Kriegführung versuchen, daraufhin wendet sich Hiskia an den Propheten Jesaja)

19,5 Und als die Großen des Königs Hiskia zu Jesaja kamen, 19,6 sprach Jesaja zu ihnen: So sagt eurem Herrn: So spricht der HERR: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen mich die Knechte des Königs von Assyrien gelästert haben. 19,7 Siehe, ich will einen Geist über ihn bringen, daß er ein Gerücht hören und in sein Land zurückziehen wird, und will ihn durchs Schwert fällen in seinem Lande…

 

 


Prisma Ninive A von Asarhaddon

 

Auszug aus assyrischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Auszug aus dem Prisma Ninive A von Asarhaddon

„Diesen kleinen Palast riss ich 50) in seinem ganzen Umfang nieder. Ein großes Stück Land 51) schnitt ich als Vermehrung von den Feldern ab 52) und fügte es jenem hinzu. Mit Kalkstein, hartem Berggestein, 53) legte ich sein Fundament und führte ich eine Terrasse auf.

54) Ich bot die Könige vom Hethiterlande und von „Transpotamien“ auf: 55) Baal, König von Tyrus, Manasse, König von Juda, …73) …und sie alle liessen auf meinen Befehl 74) große Balken, hohe Pfähle und …Träger aus usw.“

 

Quelle: Riekele Borger, Die Inschriften Asarhaddons, Graz, 1956, S. 60

Manasse war Zeitgenosse von Asarhaddon. Die Dienstleistungen und Abgaben  werden in der Bibel nicht direkt erwähnt.

2. Chronik:  33,9 Aber Manasse verführte Juda und die Einwohner von Jerusalem, daß sie es ärger trieben als die Heiden, die der HERR vor den Israeliten vertilgt hatte. 33,10 Und wenn der HERR zu Manasse und seinem Volk reden ließ, merkten sie nicht darauf. 33,11 Darum ließ der HERR über sie kommen die Obersten des Heeres des Königs von Assur; die nahmen Manasse gefangen mit Fesseln und legten ihn in Ketten und brachten ihn nach Babel. 33,12 Und als er in Angst war, flehte er zu dem HERRN, seinem Gott, und demütigte sich vor dem Gott seiner Väter. 33,13 Und als er bat, ließ sich der HERR erbitten und erhörte sein Flehen und brachte ihn wieder nach Jerusalem in sein Königreich. Da erkannte Manasse, daß  der HERR Gott ist.

 

   

 

 

 

Im Alten Testament werden eine ganze Reihe ausländischer Könige als Zeitgenossen der israelitischen und jüdischen Könige angeführt; auch die kennen wir aus den Inschriften, z.B.: Tiglath-Pileser, Sanherib, Sargon, Mescha von Moab, Nebukadnezar, Kyros, Rezin von Damaskus, Hasael von Damaskus.

Orte, Ereignisse usw. in den assyrischen Inschriften stimmen weitgehend mit dem Alten Testament überein.

 

 

Israelitische und jüdische Könige wurden nicht nur in assyrischen Dokumenten erwähnt, sondern auch in israelitischen und jüdischen Amtssiegeln u. a. Diese Dokumente werden im Anschluss angeführt.

 

 

 


Erwähnung von israelitischen/jüdischen  Königen in nicht-assyrischen Dokumenten:

 

Könige 

erwähnt von

Zeit (mit kleinen Abweichungen)

Dokument

Fundort

Aufbewahrungsort

Entdeckungs-zeit

Literatur

Joram (Israel) 

Hasael von Damaskus

ca. 850 v. Chr.

Tell-Dan Stele 

Tell-Dan

Jerusalem (Hebrew  Union College)

1993

1.

[Ahas]jahu (Juda) 

siehe Joram (Israel) 

 

 

 

 

 

 

David 

siehe Joram (Israel) 

 

 

 

 

 

 

Ahas (Juda) 

 

743 – 727 v. Chr.

Amtssiegel

 

 

 

2.

Jerobeam II. (Israel) 

 

788 – 747 v. Chr.

Amtssiegel

 

 

 

2.

Ussija (Juda)

 

785 – 733 v. Chr.

Amtssiegel

 

 

 

2.

 

Weitere 

Angaben

erwähnt von

Zeit

Dokument

Fundort

Aufbewahrungsort

Entdeckungs-zeit

Literatur

Meggido

 

9. und 8. Jh.  v. Chr.

Ruinenfeld

 

 

 

 

Siloah-Tunnel

Tunnelarbeiter

701 v. Chr.

Siloah-Inschrift

Siloah-Tunnel

Istanbul (Museum)

1880

3.

Bibeltext

 

ca. 650 v. Chr.

Silber-Amulette

Jerusalem

Israel-Museum

1979

s. o.

Jeremias Sekretär Baruch

 

ca. 600 v. Chr.

Amtssiegel von Baruch

Jerusalem 

Israel-Museum

1996

4.

 

Literatur-Schlüssel:

   

  1. Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Ergänzungsband, Gütersloh, 2001, S. 176
  2. The Context of Scripture, Ed. William W. Hallo, Volume II (Hallo II), Leiden, New York, Köln, 2000, S. 200  
  3. The Context of Scripture, Ed. William W. Hallo, Volume II (Hallo II), Leiden, New York, Köln, 2000, S. 145, Kurt Galling: Textbuch zur Geschichte Israels, Tübingen,1979, S. 66 und James B. Pritchard: Die Archäologie und das Alte Testament, Wiesbaden, ca. 1960, S. 52
  4. The Context of Scripture, Ed. William W. Hallo, Volume II (Hallo II), Leiden, New York, Köln, 2000, S. 197 und im Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Baruch_(Sohn_des_Nerija)

 

 

Achtung: Siegel und ihre Abdrücke, die bei amtlich kontrollierten Grabungen gefunden wurden, sind vertrauenswürdig. Siegel und ihre Abdrücke, deren Herkunft unbekannt ist, können gefälscht sein (vgl. Hallo II, 2000, S. 197).

 

 

 

Megiddo:

In der Bibel steht im Buch Richter Kapitel 4 und 5, dass bei Meggido  Kanaans Truppen durch Gottes Eingreifen vernichtet worden sind  (Richter 5, 19: Könige kamen und stritten; damals stritten die Könige Kanaans zu Taanach am Wasser Megiddos, aber Silber gewannen sie dabei nicht).

Salomons Bauten und Mauern in Meggido werden erwähnt (1. Könige 9,15). Nach seinem Tode folgte eine kurze ägyptische Besetzung des Ortes. Im 9. und 8. Jahrhundert vor Chr. kam Meggido wieder unter die Herrschaft israelischer Könige (König Ahab sowie König Jeroboam II).  Aus dieser Zeit sind heute noch Befestigungen, Stallungen für Pferde und Wasserzuleitungen vorhanden. Um 732 vor Chr. wurde der Ort von dem assyrischen König Tiglath Pilesar  III  erobert.

 

 

 

 

 

     

                      

Stallungen für Pferde

                                  Tunnel für die Wasserzufuhr

 

 

 

Megiddo wird auch in der Offenbarung erwähnt (Offenbarung 16, 13 – 16)

Die dämonisierte Menschheit glaubt, der Gemeinde Gottes die Endkatastrophe bereiten zu können. Die Schlacht soll in Harmagedon stattfinden (Harmagedon kommt von Har (= Berg) Megiddo). Mit wenigen Strichen wird in den folgenden Kapiteln der Offenbarung der Untergang der atheistischen Menschheitskultur gezeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inschrift Siloah-Tunnel 

König Hiskia ließ im 8. Jahrhundert vor Christus zur Wasserversorgung der Stadt bei Belagerungszeiten von der Gihonquelle her einen Tunnel bauen, der in den Teich Siloah mündete (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Hiskija-Tunnel;  http://www.kchanson.com/ANCDOCS/westsem/siloam.html 

 

                                                                                                                                   

                                                                                        

                                                                                                                                                                                                                                     

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 

                                                                                                                                                                                                                                                  

 

Eingang zur Gihonquelle                                                                                                                            Ausgang vor dem Teich Siloah

 

 

                         

                                                               

Auszug aus althebräischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Inschrift Siloah-Tunnel  von Tunnelarbeitern:

 

1) […] der Durchbruch. Und so verhielt es sich mit dem Durchbruch: Als noch [die Steinhauer schwangen]  2) die Beilhacken jeder in Richtung auf seinen Genossen zu, und als noch drei Ellen zu durchschlagen [waren, wurde gehö] rt   die Stimme eines jeden, der  3) seinen Genossen rief, denn es war ein Spalt im Felsen war von rechts nach [link]s.

Und am Tag des  4) Durchbruchs schlugen die Steinhauer - jeder auf seinen Genossen zu -, Beilhacke gegen Beilhacke. Da floss  5) das Wasser vom Ausgangsort zum Teich über eine Entfernung von 1200 Ellen; und ein  6)

hundert Ellen betrug die Höhe des Felsens über den Köpfen der Steinhauer.

(1 Elle = ca. 0,45 cm)

Quelle:

Kurt Galling (s. o.), S. 66;  Hallo II (s. o.), S. 145

2. Könige 20,20 Was mehr von Hiskia zu sagen ist und alle seine tapferen Taten und wie er den Teich und die Wasserleitung gebaut hat, durch die er Wasser in die Stadt geleitet hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda.

2. Chronik 32,2 Und als Hiskia sah, daß Sanherib kam und willens war, gegen Jerusalem zu kämpfen, 32,3 beriet er sich mit seinen Obersten und Kriegshelden, ob man die Wasserquellen verdecken sollte, die draußen vor der Stadt waren; und sie stimmten ihm zu. 32,4 Und es versammelte sich viel Volk, und sie verdeckten alle Quellen und den Bach, der durch die Erde geleitet wird, und sprachen: Dass die Könige von Assur nur kein Wasser finden, wenn sie kommen!

Jesaja 22,10 Ihr zähltet auch die Häuser Jerusalems und brachet sie ab, um die Mauer zu befestigen, 22,11 und machtet ein Becken zwischen beiden Mauern für das Wasser des alten Teiches. Doch ihr saht nicht auf den, der solches tut, und schautet nicht auf den, der solches schafft von ferne her.

                                                                                                                                                                                                                                                                                          

 

Baruch (von Jeremia)     

 

Auszug aus althebräischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Siegel von Baruch Schreiber des Propheten Jeremia:

 

(Eigentum) von Berechyahu Sohn von Neriyahu dem Schreiber

 

Quelle: Hallo II (s. o.), S. 197 (übersetzt ins Deutsche)

 

Im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Baruch_(Sohn_des_Nerija)

 

Jeremia 36,1 Im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, geschah dies Wort zu Jeremia vom HERRN: 36,2 Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe über Israel, über Juda und alle Völker von der Zeit an, da ich zu dir geredet habe, nämlich von der Zeit Josias an bis auf diesen Tag. 36,3 Vielleicht wird das Haus Juda, wenn sie hören von all dem Unheil, das ich ihnen zu tun gedenke, sich bekehren, ein jeder von seinem bösen Wege, damit ich ihnen ihre Schuld und Sünde vergeben kann.

36,4 Da rief Jeremia Baruch, den Sohn Nerijas. Und Baruch schrieb auf eine Schriftrolle alle Worte des HERRN, die er zu Jeremia geredet hatte, wie Jeremia sie ihm sagte. 36,5 Und Jeremia gebot Baruch und sprach: Mir ist's verwehrt, ich kann nicht in des HERRN Haus gehen. 36,6 Du aber geh hin und lies die Schriftrolle, auf die du des HERRN Worte, wie ich sie dir gesagt habe, geschrieben hast, dem Volk vor im Hause des HERRN am Fasttage, und du sollst sie auch lesen vor den Ohren aller Judäer, die aus ihren Städten hereinkommen…

36,28 Nimm dir eine neue Schriftrolle und schreibe auf sie alle vorigen Worte, die auf der ersten Schriftrolle standen, die Jojakim, der König von Juda, verbrannt hat.

36,32 Da nahm Jeremia eine andere Schriftrolle und gab sie Baruch, dem Sohn Nerijas, dem Schreiber. Der schrieb darauf, so wie ihm Jeremia vorsagte, alle Worte, die auf der Schriftrolle gestanden hatten, die Jojakim, der König von Juda, im Feuer hatte verbrennen lassen; und es wurden zu ihnen noch viele ähnliche Worte hinzugetan.

 

Abbildung des Siegels im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/File:BaruchBulla.jpg

                                                                                                                                                                                                                                                                            

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Exil in Babylon

 

                                                                                                          

Personen, Bauten 

erwähnt von

Dokumente

Fundort

Aufbewahrungsort

Entdeckungszeit

Literatur

König Jojachin (Juda) 

598 v. Chr.

Babylonische Historiker

 

Babylonische Chroniken

550 – 400  v. Chr.

Babylon

 

 

British Museum London (Nr. 21946)

 

 

 

 

1.

 

 

 

Nebukadnezar II (Babylonien)

605 – 562 v. Chr.

Babylon-Tafel

Ca. 592 v. Chr.

Babylon

Berlin, Vorder-

asiatisches Museum

VAT 16378

(Nr. 28186)

1939

2.

Ischtar-Tor

Gebaut unter Nebukadnezar II (Babylonien)

Ischtar-Tor

Babylon

Berlin, Vorder-

asiatisches Museum

 

 

3.

Jehojachel (Minister des Königs Zedekiah von Juda)

 

Siegel

Ca. 580 v. Chr.

Jerusalem (Davidsstadt)

Jerusalem

2005

4.

Nebo-Sarsekim

(Chef-Beamter von Nebukadnezar II von Babylonien)

 

 

Tontafel

Ca. 595 v. Chr.

Tempel in Sippar (bei Bagdad)

British Museum London

Etwa 1870

(Entzifferung 2007 durch den Wiener Professor Michael Jursa)

5.

 

1.     Texte aus der Umwelt des Alten Testaments (TUAT), Band I, Gütersloh, 1982 -1985, S. 401 ff; H.H. Ben-Sasson: Geschichte des jüdischen Volkes, München 1978, Bd. 1, S. 191 ff,  James B. Pritchard: Ancient  Near Eastern Texts, Third Edition, Princeton – New Jersey, 1969, S. 564 (Landesbibliothek Württemberg Lesesaal Bd 520); Kurt Galling: Textbuch zur Geschichte Israels, Tübingen,1979, S. 74

2.     James B. Pritchard: Ancient  Near Eastern Texts (s.o.) S. 308;  Kurt Galling (s.o.), S. 78; Clyde E. Fant, Mitchell G. Reddish: Lost Treasures of the Bible, Grand Rapids, Wm. B. Eerdmans Publishing, 2008, S. 217

 

3.     Aus dem Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Ischtar-Tor  

 

4.     Aus dem Internet:

http://archaeology.huji.ac.il/depart/BIBLICAL/EILATM/davidcity.asp

 

5.     ideaSpectrum 31/32 2007, Seite 14

Aus dem Internet:

http://en.wikipedia.org/wiki/Nebo-Sarsekim_Tablet

www.24hourmuseum.org.uk/nwh_gfx_en/ART48827.html (mit Abbildung)

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                 

 

 

 

Babylonische Chroniken; Babylon-Tafel von Nebukadnezar II

 

Auszug aus babylonischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Auszug aus den babylonischen Chroniken, Nr. 5, Zeilen 5-13 (Kriege Nebukadnezars gegen Ägypten, Arabien und Juda):

(Zeile) 11  Im 7. Jahr (598), im Monat Kislew, bot der König von Akkad (Babylonien) seine Truppen auf und zog nach dem Hethiterlande. 12 Die Stadt Juda (d.h. Jerusalem) belagerte er. Am 2. Adar eroberte er die Stadt. Den König nahm er gefangen. 13 Einen König nach seinem Herzen setzte er dort ein. Seinen schweren Tribut nahm er mit und führte ihn nach Babel.

 

Quelle: TUAT I, 1982-1985, S. 403-404 ; James B. Pritchard (s. o.), S. 563-564 und Kurt Galling (s.o.), S. 74

 

Auszug aus der Babylon-Tafel Nr. 28186 von Nebukadnezar II

(es werden Nahrungsrationen für Kriegsgefangene und andere vom Königshaushalt Abhängige angeführt):

„… 10 (Sila Öl) für Ia-ku-uki-nu (Jojachin), den Sohn des Königs von

Ia-ku-du (Juda)

Quelle: James B. Pritchard (s. o.), S. 308 und Kurt Galling (s. o.), S. 78

2. Könige:  24,8 Achtzehn Jahre alt war Jojachin, als er König wurde; und er regierte drei Monate zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Nehuschta, eine Tochter Elnatans aus Jerusalem. 24,9 Und er tat, was dem HERRN mißfiel, wie sein Vater getan hatte. 24,10 Zu der Zeit zogen herauf die Kriegsleute Nebukadnezars, des Königs von Babel, gegen Jerusalem und belagerten die Stadt. 24,11 Und Nebukadnezar kam zur Stadt, als seine Kriegsleute sie belagerten. 24,12 Aber Jojachin, der König von Juda, ging hinaus zum König von Babel mit seiner Mutter, mit seinen Großen, mit seinen Obersten und Kämmerern. Und der König von Babel nahm ihn gefangen im achten Jahr seiner Herrschaft.

24,13 Und er nahm von dort weg alle Schätze im Hause des HERRN und im Hause des Königs 24,14 Und er führte weg das ganze Jerusalem, … 24,15 Und er führte weg nach Babel Jojachin… 24,17 Und der König von Babel machte Mattanja, Jojachins Onkel, zum König an seiner Statt und wandelte seinen Namen um in Zedekia.  

 

Abbildung der babylonischen Chroniken im Internet:                                                               

http://www.britishmuseum.org/research/collection_online/collection_object_details.aspx?objectId=320055&partId=1

 

 

 

Siegeltext Jehojachel

 

Auszug aus jüdischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Siegel-Text: Jehojachel ben Schlemijahu ben Nubi

(oder: Yehochal, Sohn von Shelemjahu, Sohn von Shuvi)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

http://www.livenet.de/news/gesellschaft/wissen/125071-ein_siegel_sorgt_fuer_aufsehen.html

 

Hebrew University of Jerusalem-Institute of Archaeology

Internet:

http://archaeology.huji.ac.il/depart/BIBLICAL/EILATM/davidcity.asp

 

Jeremia 37,1 Und Zedekia, der Sohn Josias, wurde König anstatt Konjas, des Sohnes Jojakims; denn Nebukadnezar, der König von Babel, machte ihn zum König im Lande Juda. 37,2 Aber er und seine Großen und das Volk des Landes gehorchten nicht den Worten des HERRN, die er durch den Propheten Jeremia redete. 37,3 Dennoch sandte der König Zedekia Juchal, den Sohn Schelemjas, und den Priester Zefanja, den Sohn Maasejas, zum Propheten Jeremia und ließ ihm sagen: Bitte den HERRN, unsern Gott, für uns! 37,4 Denn Jeremia ging noch unter dem Volk aus und ein, und man hatte ihn noch nicht ins Gefängnis geworfen.

38,1 Es hörten aber Schefatja, der Sohn Mattans, und Gedalja, der Sohn Paschhurs, und Juchal, der Sohn Schelemjas, und Paschhur, der Sohn Malkijas, die Worte, die Jeremia zu allem Volk redete. 38,2 So spricht der HERR: Wer in dieser Stadt bleibt, der wird durch Schwert, Hunger und Pest sterben müssen; wer aber hinausgeht zu den Chaldäern, der soll am Leben bleiben und wird sein Leben wie eine Beute davonbringen. 38,3 Denn so spricht der HERR: Diese Stadt soll übergeben werden dem Heer des Königs von Babel, und es soll sie einnehmen. 38,4 Da sprachen die Oberen zum König: Laß doch diesen Mann töten; denn auf diese Weise nimmt er den Kriegsleuten, die noch übrig sind in dieser Stadt, den Mut, desgleichen dem ganzen Volk, weil er solche Worte zu ihnen sagt. Denn der Mann sucht nicht, was diesem Volk zum Heil, sondern was zum Unheil dient. 38,5 Der König Zedekia sprach: Siehe, er ist in euren Händen; denn der König vermag nichts wider euch. 38,6 Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne Malkijas, des Königssohnes, die im Wachthof war, und ließen ihn an Seilen hinab. In der Zisterne aber war kein Wasser, sondern Schlamm, und Jeremia sank in den Schlamm.

 

 

 

 

 

Tontafeltext Nebo-Sarsekim

 

Auszug aus babylonischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Tontafeltext

(aus dem Englischen übersetzt):

 

Betreffend 1,5 minas (0,75 kg) Gold, aus dem Besitz von Nabu-sharrussu-ukin, dem Chef-Eunuchen, das er über Arad-Banitu, dem Eunuchen, dem Tempel von Esangila geschickt hat. In Anwesenheit von Bel-usat, Sohn des Alpaya, dem königlichen Leibwächter, und von Nadin, Sohn des Marduk-zer-ibni. Im 11. Monat, 18. Tag des Jahres 10 von Nebukadnezar, König von Babylon.

 

Quellen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Nebo-Sarsekim_Tablet

http://www.archaeology.org/0801/topten/cuneiform.html

 

ideaSpectrum 31/32 2007, Seite 14 (1.8.2007)

Jeremia 39,1 Denn im neunten Jahr Zedekias, des Königs von Juda, im zehnten Monat kam Nebukadnezar, der König von Babel, und sein ganzes Heer vor Jerusalem und belagerten es. 39,2 Und im elften Jahr Zedekias, am neunten Tage des vierten Monats, brach man in die Stadt ein. 39,3 Und alle Obersten des Königs von Babel zogen hinein und hielten unter dem Mitteltor, nämlich Nergal-Sarezer, der Fürst von Sin-Magir, der Oberhofmeister, und Nebuschasban *, der  Oberkämmerer, und alle andern Obersten des Königs von Babel.

39,11 Aber Nebukadnezar, der König von Babel, hatte Nebusaradan, dem Obersten der Leibwache, Befehl gegeben wegen Jeremia und gesagt: 39,12 Nimm ihn und laß ihn dir befohlen sein und tu ihm kein Leid, sondern wie er's von dir begehrt, so mach's mit ihm. 39,13 Da sandten hin Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und Nebuschasban, der Oberkämmerer, Nergal-Sarezer, der Oberhofmeister, und alle Obersten des Königs von Babel 39,14 und ließen Jeremia aus dem Wachthof holen und übergaben ihn Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, daß er ihn nach Hause gehen ließe. Und so blieb er unter dem Volk.

*Anmerkung:

Es gibt unterschiedliche Schreibweisen für Nebo-Sarsekim.

 

 

Abbildung der Tontafel im Internet:

http://www.archaeology.org/0801/topten/cuneiform.html

 

 

 

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Angaben

erwähnt von

Zeit

Dokument

Fundort

Aufbewahrungsort

Entdeckungs-zeit

Literatur

Kyrus-Edikt

Kyrus

559 – 530 v. Chr.

Kyrus-Zylinder

Babylon

British Museum

 

1. und 2.

Bibeltexte

 

1. und 2. Jh. vor Chr.

Jesaja-Schriftrolle

Qumran

Jerusalem (Schrein des Buches)

1947 - 1956

 

 

 

Kyrus-Zylinder

 

Auszug aus persischen Dokumenten

Auszug aus der Luther-Bibel

Auszug aus dem Kyrus-Zylinder:

30. …Von Ninive, Assur und Susa ,

31. Akkad, Eschnunnak, Zamban, Meturnu und Der bis zum Gebiet von Gutium, die Städte jenseits des Tigris, deren Wohnsitz von alters her verfallen war –

32. die dort wohnenden Götter brachte ich an ihren Ort zurück und ließ sie eine ewige Wohnung beziehen. Alle ihre Leute versammelte ich und brachte sie zurück zu ihren Wohnorten.

 

 

Quelle: TUAT Band I  Lieferung 4, historisch–chronologische Texte, Hrsg. Otto Kaiser, Gütersloh Verlag Mohn, 1984, S. 407 ff

Esra: 1,2 So spricht Kyrus, der König von Persien: Der HERR, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben, und er hat mir befohlen, ihm ein Haus zu Jerusalem in Juda zu bauen. 1,3 Wer nun unter euch von seinem Volk ist, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf nach Jerusalem in Juda und baue das Haus des HERRN, des Gottes Israels; das ist der Gott, der zu Jerusalem ist. 1,4 Und wo auch immer einer übriggeblieben ist, dem sollen die Leute des Orts, an dem er als Fremdling gelebt hat, helfen mit Silber und Gold, Gut und Vieh außer dem, was sie aus freiem Willen für das Haus Gottes zu Jerusalem geben.

 

Literatur:

 

  1. TUAT Band I  Lieferung 4, historisch–chronologische Texte, Hrsg. Otto Kaiser, Gütersloh Verlag Mohn, 1984, S. 407
  2. James B. Pritchard: Ancient  Near Eastern Texts, Third Edition, Princeton – New Jersey, 1969, S. 316 (übersetzt ins Deutsche)

 

 

 

 

Kyrus-Zylinder im Internet:

Aus dem Internet:

http://www.britishmuseum.org/research/collection_online/collection_object_details.aspx?objectId=327188&partId=1

 

 

 

 

 

 

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